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Meine Geschichte

Ich heiße Paul, bin 64 Jahre alt und komme aus Mitteldeutschland. Wenn mir heute jemand sagt: „Ach, ein bisschen Hautprobleme“, dann muss ich manchmal innerlich lachen. Weil die meisten gar nicht verstehen, wie sehr einen so etwas über Jahrzehnte begleiten kann.

Bei mir fing das Ganze Anfang der 80er an. Ich war damals Anfang 20, frisch im Berufsleben, viel unterwegs, viel Stress, wenig Schlaf. Erst waren es nur Schuppen. Zumindest dachte ich das. Diese typischen weißen Krümel auf den dunklen Pullovern. Meine damalige Freundin hat ständig mit der Hand über meine Schultern gewischt und gesagt: „Mensch Paul, kauf dir halt mal ein anderes Shampoo.“

Ich habe darüber gelacht. Damals jedenfalls noch.

Mit der Zeit wurde es aber schlimmer. Nicht nur die Kopfhaut – plötzlich hatte ich diese roten Stellen an den Nasenflügeln Mehr zu roten Nasenflügeln, später in den Augenbrauen Mehr zu Schuppen in Augenbrauen und hinter den Ohren. Das war nicht einfach trocken. Das war entzündet. Manchmal hat die Haut richtig gespannt und gleichzeitig gefettet. Ein seltsames Gefühl, schwer zu beschreiben. Als hätte die Haut gleichzeitig zu viel und zu wenig von allem.

Das Gemeine war: Es kam und ging. Wochenlang Ruhe, dann plötzlich wieder ein Schub. Und damals gab es weder Internet noch irgendwelche Foren, wo man mal nachlesen konnte. Ich bin von Apotheke zu Apotheke gelaufen. Jeder hatte irgendeinen Tipp:

„Mehr Sonne.“

„Weniger Sonne.“

„Babyöl.“

„Alkoholhaltiges Gesichtswasser.“

„Einfach öfter Haare waschen.“

„Bloß nicht so oft waschen.“

Ich glaube, ich habe in den 80ern jedes Anti-Schuppen-Shampoo ausprobiert, das es gab.

Richtig schlimm wurde es mit Anfang 30. Ich arbeitete damals in einer Maschinenbaufirma, viel Kundenkontakt, oft Hemd und Sakko. Und genau da wurde mir das erste Mal bewusst, wie sehr einen so etwas psychisch mitnimmt. Ich stand in Besprechungen und merkte, wie meine Kopfhaut juckte. Dieses Brennen. Man wollte kratzen, durfte aber nicht. Und je nervöser ich wurde, desto schlimmer wurde es.

Abends zuhause lagen dann manchmal richtige Hautschuppen auf dem Kopfkissen. Nicht appetitlich. Meine Frau hat nie etwas Gemeines gesagt, nie. Aber ich selbst habe mich oft furchtbar gefühlt. Besonders wenn die Haut im Gesicht rot wurde. Die Leute schauen eben. Manche aus Neugier, manche angewidert, manche vielleicht auch nur, weil man es selbst ständig denkt.

Das Elend hat einen Namen

Zum Hautarzt bin ich erst relativ spät gegangen. Typisch Mann wahrscheinlich. Da war ich Mitte 30. Der Arzt schaute mich vielleicht drei Minuten an und sagte:

„Seborrhoisches Ekzem.“

Ich weiß noch genau, dass ich erstmal dachte:

„Na wenigstens hat das Elend einen Namen.“

Damals wurde mir erklärt, dass das chronisch sei. Nicht heilbar, aber behandelbar. Ehrlich gesagt hat mich das damals runtergezogen. Ich hatte gehofft, der gibt mir irgendeine Salbe und dann ist Ruhe.

Aber so läuft das nicht.

Über die Jahre habe ich gelernt, dass das seborrhoische Ekzem wie ein ungebetener Mitbewohner ist. Mal hörst du wochenlang nichts von ihm, dann sitzt er plötzlich wieder mitten im Wohnzimmer.

Stress war bei mir immer der größte Auslöser. Und Müdigkeit. Ich konnte fast die Uhr danach stellen. Wenn im Betrieb Chaos war oder privat irgendwas belastend wurde, fing erst die Kopfhaut an zu jucken. Dann kamen die Stellen neben der Nase. Später oft auch am Bartansatz.

Mit Ende 40 wurde es kurioserweise etwas besser. Nicht weg – niemals weg – aber kontrollierbarer. Ich glaube, weil ich gelernt habe, früher gegenzusteuern. Früher habe ich gewartet, bis alles schlimm war. Heute merke ich oft schon Tage vorher:

„Aha. Jetzt braut sich wieder was zusammen.“

Im Winter ist es bis heute am schlimmsten. Trockene Heizungsluft verträgt meine Haut überhaupt nicht. Morgens nach dem Duschen spannt dann manchmal das ganze Gesicht. Und wenn ich zu aggressive Produkte nehme, bedankt sich meine Haut sofort mit einem roten, schuppigen Feuerwerk.

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Wie es heute ist

Heute, mit 64, gehe ich deutlich entspannter damit um als früher. Ich habe meine Produkte, meine Routine, und ich weiß inzwischen: Perfekte Haut werde ich nicht mehr haben. Muss ich auch nicht.

Aber eines hat mich das seborrhoische Ekzem wirklich gelehrt:

Man sieht Menschen ihre Kämpfe oft nicht an. Weil so etwas nach außen banal wirkt. „Ist doch nur Haut.“ Aber wenn dich etwas jeden einzelnen Tag über Jahrzehnte begleitet, dann wird es irgendwann Teil deiner Geschichte.

Und ehrlich gesagt – manchmal glaube ich sogar, dass mich das geduldiger gemacht hat. Früher wollte ich immer alles sofort lösen. Heute weiß ich: Manche Dinge verschwinden nicht. Man lernt einfach, mit ihnen zu leben.

Liebe Grüße an alle da draußen!

Paul