Ich habe Schuppen im Gesicht —
was kann das sein?
Schuppen im Gesicht sind ein Symptom, keine Diagnose: Dahinter kann ein seborrhoisches Ekzem stecken, aber ebenso eine Rosazea, eine periorale Dermatitis, einfach zu trockene Haut – oder, seltener, etwas, das ärztlich abgeklärt gehört.
Dieser Ratgeber ordnet die möglichen Ursachen, zeigt dir, woran du ein seborrhoisches Ekzem erkennst, und was dann wirklich hilft. Quellenbasiert und von Betroffenen zusammengetragen.
Warum schuppt die Haut im Gesicht?
Deine Gesichtshaut erneuert sich ständig: In der Oberhaut teilen sich in der untersten Zellschicht laufend neue Zellen, wandern nach außen, verhornen und lösen sich an der Oberfläche als winzige, normalerweise unsichtbare Schüppchen ab. Solange sich Nachschub und Abschilferung die Waage halten, ist davon nichts zu sehen – die verhornte äußerste Schicht bildet zusammen mit einem dünnen Talgfilm die Barriere, die die Haut vor Austrocknung, Reizstoffen und Keimen schützt.
Sichtbare Schuppen entstehen, wenn dieser Ablauf aus dem Takt gerät: durch eine gestörte Barriere, durch eine Entzündung oder durch eine beschleunigte Zellerneuerung.
Im Gesicht kommt eine Besonderheit dazu. In den talgreichen Zonen – seitlich an den Nasenflügeln und in den Nasolabialfalten, zwischen und in den Augenbrauen, am Haaransatz sowie an und hinter den Ohren (umgangssprachlich die „T-Zone“) – sitzen besonders viele Talgdrüsen. Genau dort lebt der Hefepilz Malassezia, der auf praktisch jeder Haut vorkommt: Mit seinen Enzymen spaltet er aus dem Talg freie Fettsäuren ab, die bei empfindlichen Menschen die Haut reizen und Rötung und Schuppung anstoßen.
Wie stark jemand darauf reagiert, ist individuell sehr verschieden – deshalb bekommen manche Schuppen und andere bei gleicher Pilzbesiedlung nicht. Wichtig bleibt: „Schuppen im Gesicht“ ist ein Symptom mit mehreren möglichen Ursachen, keine eigene Diagnose.
Das kann dahinterstecken.
Die folgenden Ursachen lassen sich meist an ihrem Aussehen, der betroffenen Stelle und den Begleitzeichen auseinanderhalten. Die ersten Einträge sind häufig und in der Regel gut behandelbar; die mit einem Warnhinweis markierten gehören ärztlich abgeklärt.
Aussehen: Fettig glänzende, gelbliche bis weißlich-kleieförmige Schuppen auf leicht geröteter, oft unscharf begrenzter Haut.
Wo: Seitlich an den Nasenflügeln und in den Nasolabialfalten, zwischen den Augenbrauen (Glabella) und in den Augenbrauen, am Haaransatz, an und hinter den Ohren, bei Männern im Bartbereich – meist symmetrisch auf beiden Seiten.
Wen: Häufiger bei Männern; bei Erwachsenen oft chronisch. Ausgeprägter bei Parkinson-Krankheit und geschwächtem Immunsystem (zum Beispiel bei HIV).
Typisch: Schubweiser Verlauf, oft schlechter bei kühlem Wetter und Stress; Juckreiz mal deutlich, mal gar nicht; sehr häufig gleichzeitig Schuppen auf der Kopfhaut.
Aussehen: Feine, trockene, weißliche Schüppchen, matte Oberfläche, Spannungsgefühl, teils feine Risse – keine Pusteln.
Wo: Flächig verteilt statt auf einen einzelnen Fleck begrenzt; häufig besteht gleichzeitig trockene Haut an Unterschenkeln, Armen oder Händen.
Wen: Begünstigt durch häufiges Waschen, heißes Wasser, Seifen und Reinigungsmittel, niedrige Luftfeuchtigkeit und kaltes, windiges Wetter; im Winter häufiger.
Typisch: Bessert sich mit rückfettender Pflege und milderem, seltenerem Reinigen. Wird die trockene Haut entzündlich, spricht man vom Exsikkationsekzem (asteatotisches Ekzem, „Eczema craquelé“).
Aussehen: Kleine rote Papeln, teils Pusteln und feine Schuppung auf flächig leicht geröteter, gespannt wirkender Haut.
Wo: Um den Mund, wobei ein schmaler Saum direkt am Lippenrot typischerweise frei bleibt; auch um die Augen (periorbital) und um die Nase.
Wen: Vor allem jüngere bis mittelalte Frauen (etwa 20 bis 45 Jahre); seltener auch Kinder.
Typisch: Oft nach kortikoidhaltigen Cremes im Gesicht oder nach reichhaltigen, überpflegenden Kosmetika; brennt oder spannt eher, teils juckt es. Bessert sich, wenn Kortikoide und Pflegeprodukte konsequent weggelassen werden.
Aussehen: Anhaltende Rötung der zentralen Gesichtspartie, sichtbare feine Äderchen, Schübe von entzündlichen Papeln und Pusteln, anfallsartiges Erröten (Flushing); eine Schuppung ist kein typisches Merkmal.
Wo: Wangen, Nase, Kinn und Stirn (zentrofazial).
Wen: Meist ab dem 30. Lebensjahr; häufiger bei heller Haut.
Typisch: Trigger sind unter anderem UV-Licht, Hitze und Kälte, Anstrengung, scharfes Essen, Alkohol und Stress. Später können sich Haut und vor allem die Nase knotig verdicken (Phymbildung).
Aussehen: Rötung, Schuppung, teils Bläschen; beim irritativen Typ stehen Brennen und Stechen oft mehr im Vordergrund als der Juckreiz.
Wo: Meist scharf auf die Stelle begrenzt, die mit dem Produkt Kontakt hatte.
Wen: Nach neuen Pflegeprodukten, nach Retinoiden oder Benzoylperoxid (bei längerem Gebrauch), durch häufiges Waschen, Seifen oder Handdesinfektionsmittel.
Typisch: Zeitlicher Zusammenhang mit einem Produkt. Ob eine echte Allergie dahintersteckt, klärt ein Epikutantest (Allergietest).
Aussehen: Gerötete, schuppende, oft verdickte (lichenifizierte) Haut mit Kratzspuren, teils nässend oder verkrustet.
Wo: Vor allem Lider und Wangen; meist zusätzlich typische Neurodermitis-Stellen wie Ellenbeugen und Kniekehlen.
Wen: Menschen mit bekannter Neurodermitis oder mit Heuschnupfen, Asthma bzw. Nahrungsmittelallergien in der Vorgeschichte.
Typisch: Der Juckreiz steht im Vordergrund; chronisches Reiben führt zu Lichenifikation und teils zu einer Hautfalte unter dem Unterlid (Dennie-Morgan-Falte).
Aussehen: Schärfer begrenzte, kräftiger rote Herde mit festerer Schuppung – ein Bild zwischen klassischer Psoriasis und seborrhoischem Ekzem, mit weniger silbriger Schuppe als bei reiner Psoriasis.
Wo: Dieselben talgreichen Zonen wie beim seborrhoischen Ekzem (Haaransatz, Nasolabialfalten, Augenbrauen, hinter den Ohren, Brustbein), dazu Hautfalten.
Wen: Bewegt sich im Übergangsbereich zur Psoriasis; ein Blick auf die Kopfhaut und weitere typische Psoriasis-Stellen lohnt sich.
Typisch: Die Übergänge zum seborrhoischen Ekzem sind fließend – deshalb der Mischbegriff „Sebopsoriasis“.
Aussehen: Runder bis ovaler, roter, schuppender Fleck, der am Rand betont ist und in der Mitte abblasst oder abheilt; breitet sich langsam aus.
Wo: Meist einseitig und asymmetrisch im Gesicht.
Wen: Häufig nach Kontakt mit Tieren (Katzen, Hunde, Rinder) oder ausgehend von einer bestehenden Fußpilz- bzw. Nagelpilzinfektion.
Typisch: Wird oft mit einem Ekzem verwechselt; unter Kortikoidcreme verändert sich das Bild und die Diagnose verzögert sich (Tinea incognita). Nachweis über eine Hautschuppen-Probe (Mikroskopie und Kultur), Behandlung mit einem Antimykotikum – nicht mit Kortison.
Aussehen: Scharf begrenzte, schuppende rote Plaques; beim Ablösen der Schuppe bleiben hornige Pfröpfe an den Haarfollikeln haften („Reißzwecken-Phänomen“). Im Verlauf Narben und Pigmentverschiebungen.
Wo: Typisch an Nase, Wangen, Ohrläppchen und Ohrmuschel, teils Kopfhaut und Lippen; UV-Licht kann Schübe auslösen.
Typisch: Kann zu bleibenden Narben und – an behaarten Stellen – zu vernarbendem Haarausfall führen. Die Diagnose wird meist über eine Hautprobe gesichert, danach folgt eine Untersuchung auf einen systemischen Lupus.
Aussehen: Feine, follikuläre Schüppchen mit sandpapierartig rauer Haut und Rötung.
Wo: Gesicht, oft mit Betonung einzelner Areale.
Typisch: Sieht einer Rosazea oder einer perioralen Dermatitis ähnlich; erhöhte Milbenzahlen finden sich auch bei Lidrandentzündung (Blepharitis) und Gehörgangsentzündung (Otitis externa). Gesichert wird die Demodikose über eine hohe Milbendichte in der Haut.
Quellen: [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13]
Woran erkenne ich ein seborrhoisches Ekzem?
Ein seborrhoisches Ekzem im Gesicht zeigt sich meist an einer typischen Kombination von Merkmalen:
- Schuppen eher fettig glänzend, gelblich bis weißlich auf leicht geröteter Haut
- Befallsmuster in den talgreichen Zonen: seitlich an den Nasenflügeln und in den Nasolabialfalten, zwischen und in den Augenbrauen, am Haaransatz, an und hinter den Ohren
- meist symmetrisch auf beiden Gesichtshälften
- häufig gleichzeitig Schuppen auf der Kopfhaut und in den Augenbrauen
- Juckreiz sehr unterschiedlich – von deutlich bis gar nicht
- schubweiser Verlauf, oft schlechter bei kaltem Wetter, trockener Heizungsluft und Stress
| Merkmal | Seborrhoisches Ekzem | Rosazea | Periorale Dermatitis | Trockene Haut |
|---|---|---|---|---|
| Hauptzeichen | fettig-gelbe Schuppen auf leichter Rötung | anhaltende zentrale Rötung, Äderchen, Flushing | rote Papeln/Pusteln mit feiner Schuppung | feine weiße Schüppchen, Spannungsgefühl |
| Typische Stelle | Nasenflügel, Nasolabialfalten, Augenbrauen, Haaransatz, Ohren | Wangen, Nase, Kinn, Stirn (zentrofazial) | um den Mund (Lippensaum frei), um Augen und Nase | flächig, häufig auch an anderen Körperstellen |
| Schuppung | deutlich, fettig-gelblich | gering, kein typisches Merkmal | fein, im entzündeten Bereich | fein, trocken, im Vordergrund |
| Pusteln | meist keine | ja, in Schüben | ja, klein | keine |
| Juckreiz / Brennen | Juckreiz variabel | Brennen, Stechen, Hitzegefühl | Brennen und Spannen, teils Juckreiz | Spannen, leichter Juckreiz |
| Auslöser | Kälte, Stress; Talg und Malassezia | Hitze, Kälte, Sonne, Alkohol, scharfes Essen, Stress | kortikoidhaltige Cremes, reichhaltige Kosmetika | häufiges/heißes Waschen, Seife, trockene Luft, Winter |
| Bezug zu Kortikoidcreme | bessert kurzfristig, dann Rückfall; Atrophierisiko im Gesicht | längerer Gebrauch kann eine rosazeaartige Verschlechterung auslösen | klassischer Auslöser; verschlechtert sich beim Absetzen | kein typischer Zusammenhang |
Wann zur Ärztin oder zum Arzt
Zeig deine Haut ärztlich, wenn die Schuppung trotz milder Pflege und eines rezeptfreien Antipilz-Präparats nach einigen Wochen nicht besser wird, wenn sie nässt, schmerzt oder sich schnell ausbreitet, wenn ein einzelner Herd langsam wächst oder wenn du unsicher bist, ob überhaupt ein seborrhoisches Ekzem vorliegt. Die im Kasten oben genannten roten Flaggen gehören immer abgeklärt.
Was tun, wenn es ein seborrhoisches Ekzem ist?
Wenn die Anzeichen für ein seborrhoisches Ekzem sprechen, lässt es sich im Gesicht in den meisten Fällen gut kontrollieren. Heilbar ist es nicht – es geht um Kontrolle und um das Vermeiden von Rückfällen.
Sanfte Basispflege
Reinige das Gesicht mild und nicht zu häufig – aggressive, stark entfettende oder stark parfümierte Produkte und Seifen können die Schuppung verstärken. Danach eine leichte, nicht komedogene Feuchtigkeitspflege. Sehr fette Cremes und reine Öle im Gesicht sind eher ungünstig: Malassezia lebt von Hautfetten, und reichhaltige, abdeckende Pflege kann zusätzlich eine periorale Dermatitis begünstigen.
Antimykotische Wirkstoffe
Erste Wahl im Gesicht sind Cremes gegen den Hefepilz: Ketoconazol-Creme oder Ciclopirox-Creme. Für diese beiden Wirkstoffe ist die Studienlage am besten – eine Cochrane-Übersicht stuft die Aussagekraft der Studien allerdings nur als niedrig bis moderat ein und hat kaum Daten über vier Wochen hinaus.
Für das Gesicht wird die Creme je nach Präparat ein- bis zweimal täglich aufgetragen; halte dich an die Packungsbeilage. Ergänzend kann ein antimykotisches Wasch- oder Duschsyndet (zum Beispiel mit Ketoconazol oder Zinkpyrithion) genutzt werden, auch für die oft mitbetroffene Kopfhaut. Rechne mit Wochen, nicht mit Tagen, bis sich etwas bessert.
Entzündung gezielt dämpfen
Ist die Haut stark gerötet und entzündet, hilft es, die Entzündung kurzfristig zu bremsen. Im Gesicht raten Fachquellen dabei bevorzugt zu Calcineurin-Inhibitoren (Pimecrolimus-Creme, Tacrolimus-Salbe) statt zu einer längeren Kortikoid-Behandlung, weil sie bei Anwendung im Gesicht auf Dauer weniger unerwünschte Wirkungen haben; je nach Alter ist ihr Einsatz beim seborrhoischen Ekzem off-label.
Topische Kortikoide nur sehr kurz und niedrigpotent verwenden: Die Gesichtshaut neigt unter Kortikoiden zu erweiterten Äderchen, Hautverdünnung und Entzündungen der Haarfollikel, und gerade im Mund- und Augenbereich können sie eine periorale Dermatitis auslösen, die sich beim Absetzen zunächst verschlimmert.
In der Cochrane-Auswertung war Ketoconazol ähnlich wirksam wie ein topisches Kortikoid, dabei traten rund 44 % weniger Nebenwirkungen auf.
Rückfälle vermeiden (Erhaltung)
Weil das seborrhoische Ekzem schubweise wiederkommt, empfehlen Fachquellen, auch in beschwerdefreien Phasen antimykotisch weiterzubehandeln – regelmäßig, aber seltener als im Schub. Kommt es zurück, heißt das nicht, dass die Behandlung versagt hat, sondern liegt an der Veranlagung.
Realistische Erwartung
Das seborrhoische Ekzem im Gesicht ist chronisch und gilt als nicht heilbar, lässt sich aber in aller Regel gut kontrollieren. Ziel ist, die Schübe kurz und mild zu halten – nicht, die Haut für immer schuppenfrei zu bekommen.
Wann zur Ärztin oder zum Arzt
Wenn sich nach einigen Wochen konsequenter Behandlung nichts bessert, die Entzündung stark ist oder nässt, du eine der roten Flaggen bemerkst oder unsicher bist, ob es überhaupt ein seborrhoisches Ekzem ist. Dann lohnt die dermatologische Abklärung – auch, um eine Tinea faciei, eine Rosazea, eine periorale Dermatitis oder seltenere Ursachen sicher auseinanderzuhalten.
Wie das seborrhoische Ekzem im Gesicht genau aussieht und welche Pflege dazu passt, vertieft der Artikel Seborrhoisches Ekzem im Gesicht: Ursachen, Symptome und die richtige Pflege. Eine ausführliche Übersicht über alle Behandlungsmöglichkeiten findest du im Artikel Seborrhoisches Ekzem: Behandlung; Erfahrungsberichte von Betroffenen sammeln wir im Wissens-Hub.
Was Betroffene am häufigsten fragen.
Nein. Das seborrhoische Ekzem ist nicht ansteckend und überträgt sich nicht von Mensch zu Mensch. Der beteiligte Hefepilz Malassezia gehört zur normalen Hautflora und ist bei praktisch allen Menschen vorhanden – entscheidend ist die individuelle Empfindlichkeit der Haut, nicht eine Ansteckung von außen. Eine Ausnahme unter den möglichen Ursachen ist die Tinea faciei, eine echte Pilzinfektion der Gesichtshaut, die über Tier- oder Menschenkontakt übertragbar ist.
Beim seborrhoischen Ekzem stehen fettig-gelbliche Schuppen auf leicht geröteter Haut im Vordergrund, meist an den Nasenflügeln, in den Augenbrauen und am Haaransatz, oft zusammen mit Kopfhautschuppen. Die Rosazea macht dagegen eine anhaltende Rötung der zentralen Wangen und der Nase mit sichtbaren Äderchen, anfallsartigem Erröten (Flushing) und schubweisen Papeln und Pusteln; eine Schuppung ist untypisch. Beides kann sich überlagern, deshalb gelingt die sichere Abgrenzung am ehesten dermatologisch.
Ja, das ist möglich. Sehr reichhaltige, abdeckende Cremes und Öle sowie – besonders – kortikoidhaltige Cremes im Gesicht können eine periorale Dermatitis mit Rötung, kleinen Papeln und feiner Schuppung um Mund, Nase oder Augen auslösen. Aggressive, stark entfettende Reinigung und Seifen können außerdem trockene, schuppende Haut oder ein bestehendes seborrhoisches Ekzem verschlechtern. Wenn die Beschwerden zeitlich zu einem neuen Produkt passen, lohnt sich eine Pause davon.
Nur zurückhaltend, kurz und niedrigpotent – und am besten ärztlich begleitet. Die Gesichtshaut reagiert empfindlich auf Kortikoide: erweiterte Äderchen, Hautverdünnung, Entzündungen der Haarfollikel, und im Mund- und Augenbereich kann eine periorale Dermatitis entstehen, die sich beim Absetzen zunächst verschlechtert. Beim seborrhoischen Ekzem im Gesicht bevorzugen Fachquellen deshalb Calcineurin-Inhibitoren (Pimecrolimus, Tacrolimus) und antimykotische Cremes; ein mildes Kortikoid nur für wenige Tage im akuten Schub.
Die Nasenflügel und die Falten von der Nase zu den Mundwinkeln gehören zu den talgreichsten Stellen im Gesicht. Genau dort findet der Hefepilz Malassezia viel Nahrung; aus dem Talg setzt er Stoffe frei, die empfindliche Haut reizen und Rötung und Schuppung anstoßen. Weil Talgproduktion und Empfindlichkeit bleiben, kehrt die Schuppung an dieser Lieblingsstelle immer wieder – vor allem bei Kälte und Stress. Eine regelmäßige Erhaltungspflege hält die Schübe klein.
Wenn sich nach einigen Wochen mit milder Pflege und einer rezeptfreien Antipilz-Creme nichts bessert, wenn die Haut nässt, schmerzt oder sich rasch ausbreitet, wenn ein einzelner Herd langsam größer wird, wenn zusätzlich Gelenkbeschwerden, Fieber oder Abgeschlagenheit auftreten oder wenn die Haut auffällig lichtempfindlich ist. Auch wenn du dir mit der Diagnose unsicher bist, ist die dermatologische Abklärung sinnvoll – unter anderem, um eine Tinea faciei oder einen Hautlupus auszuschließen.
Wissenschaftliche Grundlage.
Die Aussagen auf dieser Seite stützen sich auf medizinische Leitlinien, systematische Übersichtsarbeiten und Fachliteratur. Alle Quellen sind öffentlich zugänglich.
- DermNet (Hrsg.) Structure of the epidermis (Principles of dermatological practice) DermNet, 2008. → Zur Quelle
- DermNet (Hrsg.) Seborrhoeic dermatitis: causes and treatment DermNet, 2022. → Zur Quelle
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- DermNet (Hrsg.) Dry skin (xerosis) DermNet, 2022. → Zur Quelle
- DermNet (Hrsg.) Periorificial dermatitis (perioral dermatitis) DermNet, 2022. → Zur Quelle
- Altmeyer P u. a. Periorale Dermatitis Altmeyers Enzyklopädie Dermatologie (Springer), 2023. → Zur Quelle
- DermNet (Hrsg.) Rosacea DermNet, 2022. → Zur Quelle
- DermNet (Hrsg.) Irritant contact dermatitis DermNet, 2021. → Zur Quelle
- DermNet (Hrsg.) Atopic dermatitis / atopic eczema DermNet, 2021. → Zur Quelle
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- DermNet (Hrsg.) Tinea faciei DermNet, 2024. → Zur Quelle
- DermNet (Hrsg.) Discoid lupus erythematosus DermNet, 2022. → Zur Quelle
- DermNet (Hrsg.) Demodex and demodicosis DermNet, 2005. → Zur Quelle
- National Eczema Society (Vereinigtes Königreich) Seborrhoeic dermatitis in adults Eczema.org.uk, 2023. → Zur Quelle
- Okokon EO, Verbeek JH, Ruotsalainen JH, Ojo OA, Bakhoya VN Topical antifungals for seborrhoeic dermatitis (Cochrane Systematic Review) Cochrane Database of Systematic Reviews, 2015. → Zur Quelle
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