Seborrhoisches Ekzem im Gesicht
Seborrhoisches Ekzem im Gesicht ist weit verbreitet und wird trotzdem häufig unterschätzt.
Die schuppige, gerötete Haut an Stirn, Nase oder Augenbrauen kann das Selbstbewusstsein stark belasten. Wer darunter leidet, kennt das Gefühl, nicht mehr unbefangen in den Spiegel schauen zu wollen.
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Pflege lässt sich das Hautbild spürbar verbessern. In diesem Artikel erfährst du alles, was du über das seborrhoische Ekzem im Gesicht wissen musst. Von den Ursachen über die Symptome bis hin zur passenden Pflegeroutine.
Was ist das seborrhoische Ekzem?
Seborrhoisches Ekzem (auch: seborrhoische Dermatitis oder seborrhoische Dermatose) ist eine chronisch-entzündliche Hautreaktion, die vor allem in seborrhoischen Zonen auftritt – also dort, wo besonders viele Talgdrüsen aktiv sind. Im Gesicht betrifft das häufig:
Bereiche neben der Nase (Nasolabialfalten)
Augenbrauen und Lidränder
Stirn
Haaransatz
Kinn
Bartregion (bei Männern)
Das Gesicht ist häufig betroffen, die Kopfhaut auch, das seborrhoische Ekzem kann allerdings auch auf der Brust ausbrechen. Besonders wenn die Symptome an all diesen Stellen vorhanden sind, liegt die Vermutung nahe, dass das seborrhoische Ekzem der Auslöser ist.
Mehr dazu:
Typisch ist das gleichzeitige Auftreten auf der Kopfhaut. Was viele als einfach nur "Schuppen" wahrnehmen ist häufig ein Teil desselben Hautbildes. (Diese Kopfschuppen mit den handelsüblichen Antischuppenshampoos für Kopf und Schultern ;) zu behandeln wird in den meisten Fällen nicht funktionieren)
Ansicht typischer betroffener Stellen im Gesicht:

Wichtig: Seborrhoisches Ekzem ist keine Allergie und keine Infektion. Es handelt sich um eine Überreaktion der Haut auf ein Ungleichgewicht des hauteigenen Mikrobioms, bei dem der Hefepilz Malassezia eine zentrale Rolle spielt.
Wie häufig ist seborrhoisches Ekzem?
Schätzungsweise 5 % der Bevölkerung im deutschsprachigen Raum sind betroffen. Männer erkranken etwas häufiger als Frauen. Besonders häufig tritt die Erkrankung zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr auf – kann aber auch Säuglinge (Milchschorf) und ältere Menschen betreffen.

Erkennungszeichen: Symptome im Gesicht
Seborrhoisches Ekzem im Gesicht äußert sich durch ein charakteristisches Muster von Symptomen:
Rötungen: fleckige, manchmal diffuse Rötungen in den betroffenen Zonen.
fettige Schuppen: im Gegensatz zur trockenen Schuppenflechte sind die Schuppen ölig und gelblich.
Juckreiz: oft mild, kann aber in Schüben stärker werden.
Spannungsgefühl: die Haut fühlt sich gleichzeitig fettig und empfindlich an
Entzündliche Areale: bei stärkerem Verlauf können sich gerötete Plaques (kleine Bläschen) bilden
Es ist wichtig zu beachten, dass die Symptome häufig schwanken und nicht alle gleichzeitig auftreten müssen.
Symptomverlauf
Wichtig: Die Symptome des seborrhoischen Ekzems kommen Schubweise. Phasen mit klarer Haut wechseln sich mit Schüben bzw. mit Phasen in denen die Symptome auftreten ab. Schüben können durch verschiedene Trigger begünstigt werden.

Da das seborrhoische Ekzem eine chronische Erkrankung ist, werden die Symptome, bzw. die Schübe immer wieder kommen. Die Aufgabe der Betroffenen liegt also darin, herauszufinden was die eigenen Trigger-Faktoren Die eigenen Trigger herausfinden sind, um eine Lebensweise zu entwickeln, in der das seborrhoische Ekzem nahezu keine Chance hat auszubrechen.

Mehr über die Strategie zur Behandlung des Seborrhoischen Ekzems
Ursachen: Warum entsteht seborrhoisches Ekzem?
Die genaue Ursache ist wissenschaftlich nicht vollständig geklärt. Die aktuelle Forschung kann allerdings gut eingrenzen, welche Faktoren ausschlaggebend sind:
Das Hautmikrobiom und Malassezia
Der Hefepilz Malassezia Globosa und verwandte Spezies sind auf jeder gesunden Haut vorhanden. Bei Menschen mit seborrhoischem Ekzem ist es nun so, dass das Immunsystem überempfindlich auf die Stoffwechselprodukte dieses Pilzes reagiert. Das Immunsystem versucht quasi dauerhaft die Haut vor einem vermeintlichen Feind zu schützen und weiß nicht, dass der Feind eigentlich ein Freund ist.
Also: Malassezia lebt normalerweise friedlich auf jeder Haut -> Bei manchen Menschen wird dieser Hefepilz fälschlicherweise als Angreifer erkannt -> Das Immunsystem reagiert zu stark -> Entzündungsreaktion.
Übermäßige Talgproduktion
Seborrhoische Hautpartien (die Stellen, an denen das seborrhoische Ekzem auftritt) produzieren in der Regel mehr Talg als andere Hautpartien. Der Hefepilz Malassezia ernährt sich von diesem Talg bzw. verstoffwechselt ihn. Dadurch bleibt der Hefepilz am Leben und kann weiter wachsen. Da die Haut ja auf genau diesen Hefepilz übermäßig reagiert, schaffen die seborrhoischen Hautpartien also die Grundlage für die Entzündungsreaktion.
Immunologische Faktoren
Eine überaktive Immunantwort auf eine gestörte Hautbarriere spielen eine wesentliche Rolle. Das erklärt, warum das seborrhoische Ekzem häufig in Phasen auftritt, in denen das Immunsystem belastet ist.
Trigger-Faktoren
Die eigenen Trigger herausfinden
Fast alle Betroffenen berichten davon, dass ihre Schübe durch immer ähnliche Trigger ausgelöst werden. Typische Trigger sind folgende:
Stress (besonders psychischer Stress)
Schlafmangel
Alkohol
unausgewogene Ernährung
in manchen Fällen auch bestimmte Lebensmittel
Nachtschattengewächse wie: Kartoffeln, Tomaten, Paprika usw.
scharfes Essen
Jahreszeiten (Ausbrüche besonders im Herbst und Winter)
wenig Wasser trinken
bestimmte Kosmetika und hautreizende Inhaltsstoffe
Das seborrhoische Ekzem zwingt uns dazu uns mit dem eigenen Körper zu beschäftigen und eine gesunde Lebensweise zu etablieren.
Seborrhoisches Ekzem vs. Schuppenflechte
Teilweise wird das seborrhoische Ekzem mit der Schuppenflechte (Psoriasis) verwechselt oder vice versa. Hier sind die wichtigsten Unterschiede:
Merkmal | Seborrhoisches Ekzem | Schuppenflechte |
|---|---|---|
Schuppen | Fettig, gelblich | Trocken, silbrig-weiß |
Lokalisation | Seborrhoische Zonen (Gesicht, Kopfhaut) | Ellenbogen, Knie, Kopfhaut |
Juckreiz | Mild bis mäßig | oft stark |
Verlauf | Schubweise | Chronisch-schubweise |
Häufigkeit | Häufiger (ca. 5%) | Seltener (2-3%) |
Wann zum Arzt bei seborrhoischem Ekzem?
Grundsätzlich gilt, dass nur ein Arzt eine belastbare Diagnose stellen kann. Sollten Sie der Meinung sein, Sie sind vom seborrhoischen Ekzem betroffen, lohnt sich der Gang zum Arzt, um diese Vermutung professionell abzuklären.
Zum Glück scheint das seborrhoische Ekzem aber nicht wirklich "gefährlich" zu sein. Tatsächlich kann man es auch selbst ziemlich gut in den Griff kriegen. Darüber hinaus hat der Arzt nicht viele Möglichkeiten, neben der Diagnose, zu helfen. Er kann zwar antimykotische Medikamente (Anti-Pilz-Medikamente) verschreiben, diese sind in der Regel allerdings nicht für den regelmäßigen Gebrauch geeignet. Dazu sind sie zu stark dosiert und haben zu viele mögliche Nebenwirkungen.
Es gibt allerdings ein paar Zeichen, bei denen wir trotzdem empfehlen beim Dermatologen vorstellig zu werden:
Die Symptome verschlechtern sich trotz konsequenter Pflege
Es entstehen nässende oder verkrustete Bereiche
Das Ekzem greift auf neue Körperregionen über
Starker Juckreiz beeinträchtigt deinen Alltag oder Schlaf
Was kann ich jetzt tun?
Finde heraus was deine Trigger sind
Entwickle eine Pflege-Routine, die für sich passt
Informiere dich hier in diesem Forum weiter, wie du das seborrhoische Ekzem in den Griff bekommst
Du schaffst das! :)
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich informativen Zwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende dich an einen Dermatologen.