So begann die Suche
Mit Anfang 20 fing es bei mir an. Schuppen unter den Augenbrauen, dann Rötungen um die Nase und auf den Nasenflügeln. Später kamen dann auch Schuppen auf der Nase, dem Kinn und der Oberlippe hinzu. Es wurde immer schlimmer.
Folgerichtig wurde ich beim örtlichen Dermatologen vorstellig. Ich bekam Nizoral-Creme verschrieben und es half tatsächlich. Ich war heilfroh. Doch: Die Schuppen, die Rötungen und der Juckreiz kamen immer wieder. Egal wie lange ich die Creme benutzte. Würde ich die Creme jeden Tag mein ganzen leben lang nutzen, würde ich die Symptome vielleicht in den Griff kriegen, doch irgendwie fühlte sich die Lösung nach keiner guten und langfristigen Lösung an.
Ich ging also ein zweites Mal zum Dermatologen, diesmal zu einem anderen. Der Besuch war jedoch sehr ernüchternd und hat mich nicht weitergebracht. Ich wusste ab diesem Moment, dass ich auf mich allein gestellt war und begann eigenständig nach Methoden zu suchen, um das seborrhoische Ekzem in den Griff zu bekommen.
Probieren geht über Studieren
Als ich mich in der nächstbesten Drogerie wiederfand, ließ ich mich von Werbeversprechen zu Werbeversprechen treiben. Für sensible Haut, gegen Hautrötungen, Anti-Schuppen-Shampoo und so weiter und so fort. Ich probierte vieles aus, doch nichts half so wirklich. Besonders die typischen Shampoos und dicken Cremes machten das Problem gefühlt nur eher schlimmer.
Ich machte also immer wieder den Gang zur Apotheke und holte mir die Nizoral-Creme. Auch das Nizoral-Shampoo probierte ich aus, da sich mittlerweile auch Kopfhautschuppen zu meinen täglichen Begleitern dazugesellt haben.
Ich hatte bis dato keine proaktive oder präventive Strategie für mich finden können. Nur immer wenn ein Schub kam, habe ich reaktiv mit Nizoral dagegen gesteuert.
Zu dieser Zeit las ich immer mehr im Internet von anderen Betroffenen, wie sie damit umgehen. So wurde ich darauf aufmerksam auch mal ein Triggertagebuch zu führen und die Krankheit etwas ernster zu nehmen.
Trigger und Prävention
Mittlerweile kann ich zielgenau vorhersagen, wann ein Schub kommen wird. Ich kenne meine Trigger sehr gut und habe auch die entsprechende Sensibilität im Alltag entwickelt, genaustens auf meinen Körper zu hören und die Signale die er mir sendet zu deuten.
Meine stärksten Trigger sind Schlafmangel, Stress und Alkohol. Ich merke es, wenn mein Körper durch einen dieser Trigger überlastet ist und sich ein Schub anbahnt. Und auf der anderen Seite achte ich darauf diese Triggerfaktoren nur in Dosen zuzulassen.
Damit meine ich, dass Schlafmangel oder Stress manchmal nicht vermeidbar sind und ich möchte auch nicht komplett auf Alkohol verzichten. Ich achte viel mehr darauf immer ausgeglichen zu sein und nach einem stressigen Tag bewusst ein stresslosen Tag zu verbringen. Oder wenn ich mal zu wenig Schlaf bekommen habe wirklich auf meinen Körper zu hören und ihm dann auch die Ruhe zu geben, die er braucht, ggf. mal einen Mittagsschlaf einzulegen.
Dieses aktive "Trigger-Management" ist ein zentraler Bestandteil meiner Methode zum Umgang mit dem seborrhoischen Ekzem. Nun aber zur täglichen Pflege-Routine.
Meine Pflege Routine
Kurz und knapp: ich schwöre auf MCT-Öl. Ich nutze es fast jeden Tag und reibe damit mein Gesicht ein. Das ist auch schon alles.
Ein paar mehr Details: Eigentlich ist jegliches Öl-basierte Produkt ein gefundenes Fressen für den Malassezia-Hefepilz, der das seborrhoische Ekzem auslöst. Warum ist das bei MCT-Öl nicht so?
Sehr vereinfacht beschrieben ist es so: Jedes Fett besteht aus einer Kette von Fettsäuren. Je länger die Fettsäureketten, desto besser kann der Hefepilz Malassezia sie verwerten und dadurch wachsen. Die Fettsäureketten im MCT-Öl sind allerdings ziemlich kurz und daher nutzlos für den Hefepilz. Da es sich allerdings trotzdem um eine Fettsäurekette handelt, versucht der Hefepilz sie zu verstoffwechseln. Es ist also wie ein leeres Versprechen. Der Hefepilz frisst die Fettsäureketten des MCT-Öls, diese entpuppen sich allerdings als "leer". Der Hefepilz verhungert also quasi und stirbt ab. So die sehr vereinfachte Theorie.
Ich kann auf jeden Fall berichten, dass MCT-Öl bei mir sehr zuverlässig funktioniert. Man bekommt es in den meisten Bio-Läden für weniger als 10€/Flasche. Eine solche Flasch hält bei mir in der Regel etwa ein halbes bis dreiviertel Jahr. Ihr solltet es auf jeden Fall mal ausprobieren.
Ich nehme jeden Morgen ein paar Tropfen in die Hand und verreibe diese dann gleichmäßig über mein gesamtes Gesicht. Das Öl zieht schnell ein und hinterlässt ein angenehmes Hautgefühl. Ich lebe weitestgehend Schubfrei, seitdem ich das MCT-Öl nutze und zugleich auf meine Trigger achte. Falls sich doch mal ein Schub anbahnt, nutze ich das Öl einfach mehrmals pro Tag auf den entsprechenden Stellen.
Für Kopfhaut-Schuppen ist das Öl leider nicht so gut geeignet, weil man natürlich nicht drumherum kommt auch die Haare komplett einzufetten. Ich mache es allerdings trotzdem alle Jubeljahre mal, wenn ich weiß, dass ich an dem Tag keine wichtigen Termine habe. Dann reibe ich morgens meine Kopfhaut mit MCT-Öl ein, lasse es den Tag über einwirken und trage dann einfach eine Kappe, wenn ich rausgehe. Abends wasche ich dann alles mit entweder einem Nizoral-Shampoo oder einem parfümfreien neutralen Shampoo aus.
Abschließende Worte
Da habt ihr es, das ist alles. Man braucht keine aufwendige Routine und man braucht auch ganz bestimmt nicht all die Produkte aus der Werbung, die am Ende eh nicht funktionieren. Keep it simple an do what's working!
Ich wünsche euch alles Gute und hoffe euch mit diesem Beitrag geholfen zu haben.
:)
Quellen & Studien
- Eigene Erfahrung