Geprüfter Inhalt

Die Untersuchung

Ein türkisches Forschungsteam um Ayşe Akbaş verglich 2023 in einer Fall-Kontroll-Studie 53 Personen mit seborrhoischem Ekzem mit 60 gesunden Kontrollpersonen. Bei allen wurden die Blutwerte für Vitamin D (25-Hydroxy-Vitamin-D), Kalzium, Phosphat und Parathormon gemessen und zwischen den beiden Gruppen verglichen.

Ergebnisse

  • Ein schwerer Vitamin-D-Mangel kam bei Betroffenen deutlich häufiger vor als in der Kontrollgruppe: 52,8 % gegenüber 25,8 % — statistisch signifikant (p = 0,003).

  • Innerhalb der Gruppe der Betroffenen trat das seborrhoische Ekzem bei starkem Vitamin-D-Mangel früher im Leben auf, und Frauen waren unter ihnen häufiger vertreten.

  • Zwischen der betroffenen Hautregion (z. B. Gesicht, Kopfhaut) und der Höhe des Vitamin-D-Spiegels fand sich kein Zusammenhang.

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Wie ist das einzuordnen?

Die Studienautoren selbst formulieren vorsichtig: Die niedrigeren Werte und das frühere Auftreten bei starkem Mangel legten nahe, dass ein Zusammenhang besteht. Von einem Beweis für Ursache und Wirkung ist ausdrücklich nicht die Rede. Das ist aus zwei Gründen wichtig:

  1. Korrelation ist nicht Kausalität. Es handelt sich um eine Querschnitts-/Fall-Kontroll-Studie. Sie zeigt, dass beides zusammen auftritt, nicht, was zuerst da war. Denkbar wäre auch, dass Betroffene wegen ihrer Hauterkrankung weniger Zeit in der Sonne verbringen oder andere Lebensstilfaktoren eine Rolle spielen, die wiederum den Vitamin-D-Spiegel senken.

  2. Die Stichprobe ist überschaubar (53 vs. 60 Personen, eine einzelne Studie). Andere, neuere Arbeiten untersuchen mittlerweile Ähnliches (u. a. zu Vitamin D und Zink gemeinsam) und deuten in eine vergleichbare Richtung. Für eine sichere Aussage braucht es aber weiterhin größere, wiederholte Untersuchungen.

Was heißt das für Betroffene?

Ein Zusammenhang ist biologisch plausibel: Vitamin D spielt eine Rolle bei der Regulation von Hautzellen und Entzündungsprozessen. Wer häufig Schübe hat, kann seinen Vitamin-D-Spiegel beim Arzt bzw. bei der Ärztin per Bluttest prüfen lassen. Ein Mangel lässt sich bei Bedarf gezielt ausgleichen. Eine unkontrollierte, hochdosierte Einnahme auf eigene Faust ist aus dieser Studie nicht ableitbar: Sie hat keine Nahrungsergänzung getestet, sondern nur bestehende Blutwerte gemessen.

Es ist also durchaus möglich, dass Vitamin D eine Rolle bei der Entstehung des seborrhoischen Ekzems spielt. Dass Schübe vermehrt in den kalten Jahreszeiten, die ja auch für kürzere Tage und niedrigere Vitamin D Spiegel bekannt sind, könnten diesen Verdacht ebenfalls stützen. Es ist allerdings nichts bewiesen. Wenn es neue Informationen aus dieser Forschungsrichtung gibt, werden wir hier bei Memento Dermalys davon berichten. Trage Dich in den Newsletter ein, um das nicht zu verpassen!

Quellen & Studien

  1. Vitamin D levels in patients with seborrheic dermatitis Akbaş A, Kılınç F, Şener S, Hayran Y · Rev Assoc Med Bras (1992), 2023;69(7):e20230022 · 2023