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Seborrhoisches Ekzem und Stress: Gibt es wirklich einen Zusammenhang?

Prüfungsphase, Ärger im Job, wenig Schlaf, und prompt ist der nächste Schub da. Viele Menschen mit seborrhoischem Ekzem (SE) erleben Stress als Auslöser. Die Forschung stützt diese Erfahrung, allerdings vor allem mit Befragungen von Betroffenen. Hier liest du, was über den Zusammenhang von seborrhoischem Ekzem und Stress bekannt ist und wie du im Alltag damit umgehen kannst.

Was Betroffene berichten

Stress ist der meistgenannte Auslöser

In einer großen spanischen Befragung mit über 2.000 Menschen mit SE nannten 98 % mindestens einen Auslöser für ihre Schübe. Am häufigsten war Stress, Niedergeschlagenheit oder Erschöpfung: 76 % gaben das an. An zweiter Stelle stand der Wechsel der Jahreszeiten mit 44 %. Eine Studie aus Korea mit 253 Betroffenen kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Auch dort war psychischer Stress der am häufigsten genannte Faktor, der das SE verschlechtert.

Stress vor dem Schub

Eine französische Studie hat 82 Menschen mit SE über vier Monate begleitet. Die Teilnehmenden sahen Stress selbst als wichtigsten Auslöser. Die meisten gaben an, vor dem Schub ein belastendes Ereignis erlebt zu haben. Außerdem zeigte sich: Wer Stress als Ursache des letzten Schubs nannte oder stärker zu Ängstlichkeit neigte, hatte häufiger einen weiteren Schub in den folgenden Monaten.

Wie gut ist das belegt?

Die meisten Daten stammen aus Befragungen. Menschen erinnern sich an stressige Phasen vor einem Schub eher als an ruhige. Die französische Studie hatte zudem keine Vergleichsgruppe ohne SE. Die Forschenden selbst fordern weitere Studien, um den Zusammenhang zu bestätigen.

Eine türkische Studie verglich 117 Betroffene mit 95 Menschen ohne SE. Mit Fragebögen wurden unter anderem Ängste gemessen. Menschen mit SE hatten höhere Angstwerte. Diese hingen aber nicht mit der Schwere des Ekzems zusammen. Die Autorinnen und Autoren halten fest: Dass Stress das SE auslöst oder verschlechtert, gilt als bekannt, ist aber wissenschaftlich wenig belegt.

Wichtig ist der Unterschied zwischen Ursache und Auslöser. Die Ursache des SE liegt in einem Zusammenspiel aus Talg, dem Hefepilz Malassezia und der Reaktion der eigenen Haut. Stress gilt nicht als Ursache der Erkrankung. Er kann bei vielen Menschen aber wohl einen einzelnen Schub anstoßen oder verstärken, und nicht jeder Schub hat mit Stress zu tun.

Warum Stress auf die Haut gehen kann

Malassezia lebt auf fast jeder Haut. Bei Menschen mit SE löst er vermutlich eine Entzündung aus, die genauen Zusammenhänge werden weiter erforscht. Mehr dazu liest du in Seborrhoisches Ekzem: Ursachen.

Eine Übersichtsarbeit, also eine Auswertung vieler einzelner Studien, beschreibt, wie Stress die Haut beeinflussen könnte. Bei Stress schüttet der Körper Stresshormone aus. Nervenenden und Zellen in der Haut geben zusätzlich Signalstoffe ab, die Entzündungen fördern können. Eine wichtige Rolle spielen dabei Mastzellen. Das sind Abwehrzellen in der Haut, die eng mit Nervenenden verbunden sind. Der direkte Weg vom Stress zum Schub ist aber noch nicht geklärt.

Eine weitere Übersichtsarbeit nennt neben Stress auch Schlafmangel als Faktor, der das SE verschlechtern kann. In anstrengenden Phasen kommt beides oft zusammen.

Der Kreislauf aus Juckreiz und Belastung

Das SE kann umgekehrt auch selbst belasten. Eine große europäische Studie befragte über 3.000 Menschen mit juckenden Hautkrankheiten. Beim SE hing der Juckreiz besonders eng mit seelischer Belastung zusammen. Wer stärkeren Juckreiz hatte, berichtete häufiger von Ängsten und gedrückter Stimmung. Viele fühlten sich außerdem wegen ihrer Haut abgestempelt. Keine andere untersuchte Hautkrankheit zeigte diese Verbindung so deutlich.

So kann ein Kreislauf entstehen: Stress, Schub, Juckreiz, sichtbare Stellen und dadurch noch mehr Stress. Wie du mit sichtbaren Stellen im Gesicht umgehen kannst, liest du in Schuppen im Gesicht gehen nicht weg.

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Was hilft, wenn Stress dein SE triggert?

Ob gezielter Stressabbau das SE bessert, ist nicht untersucht. Belege gibt es vor allem für eine konsequente Behandlung. Die übrigen Schritte sind vernünftige Bausteine, aber nicht speziell beim SE geprüft.

Die Behandlung nicht schleifen lassen

In stressigen Phasen fällt die Hautpflege oft als Erstes weg. Gerade dann lohnt es sich, die Routine zu halten. Dazu gehört eine Erhaltungsbehandlung: Du nutzt dein Mittel gegen Pilze, etwa ein Wirkstoff-Shampoo, auch in ruhigen Phasen regelmäßig weiter. Das senkt das Rückfallrisiko. Wie das geht, erklären wir in Seborrhoisches Ekzem vorbeugen.

Den Juckreiz ernst nehmen

Weil Juckreiz und Belastung eng zusammenhängen, lohnt es sich, den Juckreiz gezielt zu behandeln. Sprich in der Praxis an, wenn er dich stark stört. Kratzen schädigt die schützende äußere Hautschicht und kann den Juckreiz weiter verstärken.

Eigene Muster erkennen

Notiere eine Weile, wann ein Schub beginnt und was in den Tagen davor los war. So siehst du, ob Stress bei dir wirklich eine Rolle spielt oder eher die Jahreszeit oder etwas anderes. Eine Anleitung findest du in Die eigenen Trigger herausfinden.

Auf Schlaf und Erholung achten

Schlafmangel wird mit Verschlechterungen in Verbindung gebracht. Ausreichend Schlaf und Pausen sind deshalb ein sinnvoller Baustein.

Unterstützung holen

Wenn dich das SE seelisch stark belastet, sprich das in der hautärztlichen oder hausärztlichen Praxis an. Die Forschenden der europäischen Studie raten Ärztinnen und Ärzten, Betroffene dann auch an psychologische Hilfe weiterzuvermitteln.

Wann solltest du ärztlich abklären lassen?

Hol dir ärztlichen Rat, wenn:

  • die Schübe trotz Behandlung häufiger oder stärker werden,

  • sich das SE plötzlich stark ausbreitet,

  • der Juckreiz dich nachts weckt oder im Alltag einschränkt,

  • du dich wegen deiner Haut zurückziehst, dauerhaft niedergeschlagen oder ängstlich bist,

  • du dir unsicher bist, ob überhaupt ein SE dahintersteckt.

Häufige Fragen

Kann Stress ein seborrhoisches Ekzem auslösen?

Stress gilt nicht als Ursache der Erkrankung. Viele Betroffene berichten aber, dass einzelne Schübe nach stressigen Phasen beginnen. Studien stützen das, beruhen aber vor allem auf Befragungen.

Wie lange nach dem Stress kommt der Schub?

Wie viel Zeit zwischen Stress und Schub liegt, ist beim SE nicht genau untersucht. In der französischen Studie fragten die Forschenden nach Stress in der Woche oder im Monat vor dem Schub. Die meisten nannten für diesen Zeitraum ein belastendes Ereignis.

Haben Menschen mit SE häufiger Ängste?

In der türkischen Studie lagen die Angstwerte bei Menschen mit SE höher als in der Vergleichsgruppe ohne SE. Bei Depressionen gab es dort keinen Unterschied. In der französischen Studie hatten Teilnehmende mit SE im Gesicht höhere Depressionswerte als Teilnehmende mit SE an anderen Stellen.

Hilft Entspannung gegen seborrhoisches Ekzem?

Das ist nicht untersucht, und Entspannung ersetzt keine Behandlung. Sie kann dir trotzdem guttun, gerade in belastenden Phasen. Mehr zum Krankheitsbild findest du in unserem Ratgeber zum seborrhoischen Ekzem.

Quellen & Studien

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