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Seborrhoische Keratose oder seborrhoisches Ekzem: die Kurzantwort

Die Namen klingen fast gleich, deshalb werden die beiden oft verwechselt. Eine seborrhoische Keratose ist eine gutartige Hautwucherung, im Alltag meist Alterswarze genannt. Ein seborrhoisches Ekzem (SE) ist dagegen eine chronische Entzündung der Haut mit Rötung und Schuppen. Das eine ist also ein erhabener Fleck, der bleibt. Das andere ist eine gerötete Fläche, die in Schüben kommt und geht.

Trotz des gemeinsamen Wortteils „seborrhoisch“ hängen die beiden nicht zusammen. Sie entstehen auf unterschiedliche Weise und werden auch ganz unterschiedlich behandelt. Die sichere Einordnung gehört in die Hautarztpraxis, vor allem bei dunklen Flecken.

MerkmalSeborrhoische Keratose (Alterswarze)Seborrhoisches Ekzem
Was ist es?gutartige Wucherung der obersten Hautschichtchronische Entzündung der Haut
Aussehenerhabener, scharf begrenzter Fleck, hellbraun bis schwarz, wirkt oft „aufgeklebt“gerötete Fläche mit fettigen, gelblichen oder weißlichen Schuppen
Verlaufbleibt bestehen, oft kommen mit den Jahren weitere hinzuin Schüben, mal besser, mal schlechter
Typisches Altermeist ab dem mittleren Lebensalter, häufig bei ÄlterenBabys (als Kopfgneis, schuppige Beläge auf dem Kopf) und vor allem junge bis mittelalte Erwachsene
Typische Stellenüberall möglich, oft Rumpf, Gesicht, HalsKopfhaut, Augenbrauen, Nasenflügel, hinter den Ohren, Brust
Juckreizmeist keiner, manchmal Reizung durch Reibunghäufig, meist leicht
Behandlungmeist keine nötig, auf Wunsch EntfernungAntipilzmittel, bei Bedarf entzündungshemmende Mittel

Was ist eine seborrhoische Keratose?

Eine seborrhoische Keratose ist ein gutartiger Hauttumor. Tumor heißt hier nur: eine Wucherung von Zellen, kein Krebs. Die Zellen der obersten Hautschicht, der Epidermis, vermehren sich an einer Stelle stärker als sonst. So entsteht ein leicht erhabener Fleck mit oft rauer, warziger Oberfläche.

Alterswarzen sind sehr häufig und werden mit dem Alter immer häufiger. Die Forschung deutet darauf hin, dass Sonnenlicht und die damit verbundene Hautalterung dabei mitspielen. In den Zellen finden sich oft kleine Veränderungen im Erbgut, die das Wachstum anregen. Nach heutigem Wissen machen sie die Alterswarze aber nicht bösartig. Ob Viren wie bei gewöhnlichen Warzen eine Rolle spielen, ist nach heutigem Stand fraglich.

Das Aussehen ist sehr vielfältig. Manche Alterswarzen sind hautfarben und flach, andere dunkelbraun bis schwarz und deutlich erhaben. Auf dunklerer Haut gibt es zudem eine eigene Unterform mit vielen kleinen, dunklen Knötchen, oft im Gesicht.

Was ist ein seborrhoisches Ekzem?

Das SE ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Sie zeigt sich dort, wo die Haut viel Talg bildet: auf der Kopfhaut, im Gesicht und auf der Brust. Typisch sind Rötungen mit fettigen, gelblichen oder weißlichen Schuppen und leichter Juckreiz.

Eine zentrale Rolle spielt Malassezia, ein Hefepilz, der bei fast allen Menschen auf der Haut lebt. Bei SE reagiert die Haut entzündlich auf ihn. Dazu kommen die Talgproduktion und weitere Auslöser wie Stress oder Kälte. Mehr dazu findest du in unserem Überblick zu den Ursachen des seborrhoischen Ekzems und im Grundlagenartikel zum seborrhoischen Ekzem.

Bei Babys zeigt sich das SE meist als Kopfgneis, also als gelbliche, schuppige Beläge auf der Kopfhaut. Bei Erwachsenen sitzt es eher im Gesicht, auf der Kopfhaut und auf der Brust.

Woran du die beiden im Alltag unterscheiden kannst

Fleck oder Fläche?

Eine Alterswarze ist ein einzelner, klar abgegrenzter Fleck. Er sitzt auf der Haut, als hätte jemand ihn aufgeklebt. Ein SE ist eher eine unscharfe, gerötete Fläche. Die Schuppen lassen sich abstreifen, darunter bleibt die Haut gerötet.

Bleibt es oder kommt es in Schüben?

Eine Alterswarze bleibt meist bestehen und verändert sich nur langsam. Das SE schwankt dagegen. Nach einer Behandlung bessert es sich oft deutlich, kann aber in Schüben wiederkommen.

Wo genau sitzt es?

Das SE hält sich an die talgreichen Zonen. Dazu gehören Augenbrauen, Nasenflügel, Haaransatz und die Kopfhaut. Alterswarzen können dagegen fast überall auftreten, auch an Stellen, die vom SE nicht betroffen sind.

Kniffliger ist die Kopfhaut: Dort kann eine Alterswarze unter den Haaren als fester, schuppiger Knubbel auffallen. Wenn ein schuppiger Fleck auf der Kopfhaut immer an derselben Stelle sitzt und sich hart anfühlt, ist eine Abklärung sinnvoll. Schuppige Stellen auf der Kopfhaut können übrigens noch andere Ursachen haben, etwa eine Schuppenflechte. Wie du die unterscheidest, liest du in unserem Artikel Seborrhoisches Ekzem oder Schuppenflechte.

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Was hilft: zwei ganz unterschiedliche Wege

Alterswarze: oft gar nichts tun

Eine seborrhoische Keratose muss meist nicht behandelt werden. Viele lassen sie aus kosmetischen Gründen entfernen oder weil Kleidung daran reibt. Dafür gibt es kleine, kurze Eingriffe in der Hautarztpraxis: Vereisen, vorsichtiges Abschaben der obersten Hautschicht oder Laser. Danach kann die Haut an der Stelle heller oder dunkler werden, selten bleibt eine kleine Narbe. Cremes und Salben haben bei Alterswarzen bisher nur begrenzte Wirkung gezeigt.

Seborrhoisches Ekzem: Entzündung und Hefepilz bremsen

Beim SE geht es darum, die Entzündung zu beruhigen und Malassezia in Schach zu halten. Typisch sind Shampoos oder Cremes mit Antipilzmitteln wie Ketoconazol oder Ciclopirox. Bei stärkeren Schüben kommen kurzzeitig entzündungshemmende Mittel wie milde Kortisoncremes dazu, immer ärztlich begleitet. Einen Überblick gibt unser Artikel zur Behandlung des seborrhoischen Ekzems.

Wichtig: Ein Antipilz-Shampoo hilft nicht gegen Alterswarzen. Und Vereisen oder Abtragen ist beim SE keine Behandlung. Deshalb ist es so wichtig, die beiden auseinanderzuhalten.

Wann solltest du ärztlich abklären lassen?

Die meisten Alterswarzen sind harmlos. Manche sehen aber anderen Hautveränderungen sehr ähnlich, auch Hautkrebs wie dem Melanom (schwarzer Hautkrebs) oder dem Basalzellkarzinom (einer Form von hellem Hautkrebs). Mit bloßem Auge ist das nicht immer sicher zu unterscheiden. Hautärzt:innen nutzen dafür meist ein Auflichtmikroskop, eine Art beleuchtete Lupe.

Lass dich untersuchen, wenn:

  • ein dunkler Fleck neu ist oder sich in Größe, Form oder Farbe verändert,

  • eine Stelle blutet, nässt oder nicht abheilt,

  • innerhalb kurzer Zeit sehr viele neue Alterswarzen auftauchen. Das ist selten, sollte aber ärztlich eingeordnet werden, weil es manchmal mit anderen Erkrankungen zusammenhängt,

  • gerötete, schuppige Stellen trotz Antipilz-Shampoo oder Antipilz-Creme nach einigen Wochen nicht besser werden oder sich ausbreiten,

  • ein Baby betroffen ist und die Beläge nässen oder sich auf andere Körperstellen ausbreiten.

Häufige Fragen

Kann aus einem seborrhoischen Ekzem eine Alterswarze werden?

Nach heutigem Wissen nein. Das SE ist eine Entzündung, die Alterswarze eine Wucherung von Hautzellen. Beide sind aber häufig, daher kannst du durchaus beides gleichzeitig haben.

Ist eine seborrhoische Keratose gefährlich?

Die seborrhoische Keratose selbst ist gutartig und wird nach heutigem Wissen nicht zu Krebs. Weil sie Hautkrebs ähneln kann, sollte ein neuer oder sich verändernder dunkler Fleck trotzdem ärztlich angeschaut werden.

Warum heißen beide „seborrhoisch“?

Seborrhoe bedeutet wörtlich Talgfluss. Beim SE passt das, denn es tritt in talgreichen Zonen auf. Die Alterswarze ist dagegen eine Wucherung der Hautzellen und keine Erkrankung der Talgdrüsen. Der ähnliche Name ist also eher ein Zufall der Fachsprache.

Hilft ein Schuppenshampoo gegen Alterswarzen auf der Kopfhaut?

Nein. Wirkstoffe gegen den Hefepilz Malassezia zielen auf das SE, nicht auf eine Alterswarze. Wenn eine einzelne Stelle auf der Kopfhaut trotz Shampoo bleibt, lass sie ansehen.

Juckt eine Alterswarze?

Meist nicht. Manche stören aber, wenn Kleidung, ein Gürtel oder der Kamm daran reibt. Ein SE juckt dagegen häufiger, vor allem auf der Kopfhaut.

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