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Seborrhoisches Ekzem oder Schuppenflechte: der schnelle Überblick

Du siehst schuppige, gerötete Stellen an Kopfhaut oder Gesicht und fragst dich, ob das ein seborrhoisches Ekzem oder Schuppenflechte ist. Beide sehen sich auf den ersten Blick ähnlich, unterscheiden sich aber in der Art der Schuppen, in den betroffenen Stellen und in der Behandlung. Sicher auseinanderhalten lassen sie sich nur in der Hautarztpraxis, und die Diagnose bleibt auch dort.

Das seborrhoische Ekzem (SE) ist eine chronisch wiederkehrende Entzündung in Hautzonen mit vielen Talgdrüsen. Eine zentrale Rolle spielt dabei Malassezia, ein Hefepilz, der bei fast allen Menschen ganz normal auf der Haut lebt, zusammen mit der Talgproduktion und einer Reaktion des Immunsystems. Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist dagegen eine entzündliche Erkrankung, bei der das Immunsystem überaktiv reagiert und die Hautzellen sich zu schnell erneuern. Eine familiäre Veranlagung ist hier der wichtigste Risikofaktor. Etwa zwei Prozent der Bevölkerung haben eine Schuppenflechte.

MerkmalSeborrhoisches EkzemSchuppenflechte
Schuppenfettig, gelblich bis weißlichtrocken, silbrig-weiß, oft dicker
Rändereher unscharf, verlaufendmeist scharf begrenzt
Typische StellenKopfhaut, Nasenflügel, Augenbrauen, Ohren, BrustKopfhaut, Ellenbogen, Knie, Steißbein, Nägel
VerlaufPhasen mit stärkeren Beschwerden, oft im WinterPhasen über Jahre, Gelenke können mitbetroffen sein

Diese Merkmale überschneiden sich häufig. Sie ersetzen keine Untersuchung, sie helfen dir nur, deine Beobachtungen zu ordnen. Mehr zum Krankheitsbild selbst findest du im Überblick zur seborrhoischen Dermatitis.

Was typisch ist für ein seborrhoisches Ekzem

Typisch sind gerötete Stellen mit fettig wirkenden, gelblich-weißen Schuppen. Sie sitzen dort, wo die Haut viel Talg produziert: auf der Kopfhaut, an den Nasenflügeln, zwischen den Augenbrauen, hinter den Ohren und auf der Brust. Die Ränder gehen oft weich in die gesunde Haut über. Viele Betroffene berichten über Juckreiz, der mal stärker und mal kaum spürbar ist.

Ein weiterer Hinweis ist der Verlauf. Das SE kommt in Schüben, also in Phasen mit deutlich stärkeren Beschwerden, häufig in Belastungszeiten oder in der kalten Jahreszeit. Wie sich ein Schub von schlicht trockener Haut unterscheidet, haben wir im Beitrag zu Winter-Schub und trockener Haut beschrieben.

Was typisch ist für eine Schuppenflechte

Die häufigste Form ist die Psoriasis vulgaris. Sie zeigt sich als scharf begrenzte, verdickte rote Stellen mit trockenen, silbrig-weißen Schuppen, die sich oft in Schichten ablösen lassen. Diese Stellen sitzen gern dort, wo das SE selten auftritt: an Ellenbogen, Knien und am Steißbein. Am Kopf können sie über den Haaransatz hinaus auf die Stirn reichen, was eher für eine Schuppenflechte spricht.

Nägel und Gelenke als Hinweis

Zwei Zeichen passen eher zur Schuppenflechte als zum SE. Erstens die Nägel: kleine Grübchen, gelbliche Flecken oder eine Ablösung der Nagelplatte. Zweitens die Gelenke: Bei etwa einem Viertel der Menschen mit Schuppenflechte entzünden sich auch Gelenke, man spricht dann von Psoriasis-Arthritis. Gelenkschmerzen haben viele andere Ursachen, abklären lassen solltest du sie trotzdem.

Warum die Kopfhaut so oft Rätsel aufgibt

Auf der Kopfhaut ist die Unterscheidung am schwersten. Beide Erkrankungen zeigen dort gerötete, schuppende Flächen, und wenn sonst keine Stelle am Körper betroffen ist, fehlt der entscheidende Hinweis. Für Bilder, die zwischen beiden liegen, gibt es sogar einen eigenen Begriff: Sebopsoriasis.

In der Hautarztpraxis hilft die Auflichtmikroskopie weiter, an der Kopfhaut Trichoskopie genannt. Dabei wird die Haut stark vergrößert betrachtet. Untersuchungen beschreiben dabei unterschiedliche Muster der feinen Blutgefäße: Bei der Schuppenflechte fallen häufiger rote Punkte und kleine Einblutungen auf, beim seborrhoischen Ekzem eher feine verzweigte Gefäße. Eine systematische Übersichtsarbeit kommt zu dem Schluss, dass sich entzündliche Kopfhauterkrankungen damit gut auseinanderhalten lassen. Bleibt es unklar, bringt eine kleine Gewebeprobe Sicherheit, die unter örtlicher Betäubung entnommen wird.

Welche Rolle Schuppen an der Kopfhaut generell spielen, liest du im Ratgeber zu Schuppen auf der Kopfhaut.

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Warum die Unterscheidung für die Behandlung wichtig ist

Die Richtung der Behandlung ist bei beiden unterschiedlich. Beim seborrhoischen Ekzem stehen Wirkstoffe im Vordergrund, die den Hefepilz eindämmen und die Entzündung beruhigen: Antimykotika, also Mittel gegen Pilze, in Shampoos oder Cremes, zeitlich begrenzt ergänzt durch entzündungshemmende Mittel wie Kortisonpräparate. Was sonst noch infrage kommt, haben wir im großen Überblick zur Behandlung des seborrhoischen Ekzems zusammengetragen.

Bei der Schuppenflechte wird dagegen die überschießende Immunreaktion gebremst. Zum Einsatz kommen unter anderem Vitamin-D3-Abkömmlinge zum Auftragen, entzündungshemmende Mittel und bei ausgedehntem Befall Medikamente zum Einnehmen oder Spritzen. Das sind verschreibungspflichtige Therapien, die ärztlich begleitet gehören. Wenn die üblichen Pflegemaßnahmen nach einigen Wochen nichts bringen, bringt ein Termin dir deshalb mehr als weiteres Ausprobieren.

Wann solltest du ärztlich abklären lassen?

  • Die Stellen breiten sich aus, nässen oder sind stark entzündet.

  • Nach einigen Wochen konsequenter Pflege tut sich nichts.

  • Du bemerkst Veränderungen an den Nägeln oder Schmerzen in den Gelenken.

  • Betroffen sind empfindliche Bereiche wie Augenlider oder der Gehörgang.

  • Es handelt sich um ein Baby oder ein kleines Kind.

Eine hautärztliche Abklärung ist auch dann sinnvoll, wenn du einfach Klarheit möchtest. Die Behandlung unterscheidet sich, und je früher die Richtung stimmt, desto weniger probierst du ins Leere.

Häufige Fragen

Kann man beides gleichzeitig haben?

Ja, das kommt vor. Für Hautbilder mit Merkmalen beider Erkrankungen wird der oben genannte Begriff Sebopsoriasis verwendet. Die Behandlung richtet sich dann nach dem, was im Vordergrund steht.

Ist der Unterschied an den Schuppen sicher zu erkennen?

Nein. Fettige gelbliche Schuppen sprechen eher für ein SE, trockene silbrige eher für eine Schuppenflechte. Sicher ist diese Unterscheidung nicht, besonders nicht auf der behaarten Kopfhaut.

Sind seborrhoisches Ekzem oder Schuppenflechte ansteckend?

Beides ist nicht ansteckend. Beim SE ist zwar ein Hefepilz beteiligt, der aber zur normalen Hautflora gehört.

Hilft ein Anti-Schuppen-Shampoo auch bei Schuppenflechte?

Es kann die Schuppen lösen und den Juckreiz lindern, ändert aber nichts an der zugrunde liegenden Immunreaktion. Bei einer Schuppenflechte reicht es deshalb meist nicht aus. Welche Wirkstoffe beim SE infrage kommen, zeigt unser Vergleich der Shampoos gegen seborrhoisches Ekzem.

Was ist, wenn es weder das eine noch das andere ist?

Es gibt weitere Erkrankungen mit ähnlichem Bild: Rosazea mit anhaltender Rötung an Wangen und Nase, periorale Dermatitis mit kleinen Pusteln um den Mund oder ein Kontaktekzem als Reaktion auf ein Pflegeprodukt. Passen die Stellen nicht zu den typischen Mustern, ist das ein guter Grund für einen Termin. Einen ersten Überblick gibt unser Ratgeber zum seborrhoischen Ekzem.

Quellen & Studien

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  6. Schuppenflechte (Psoriasis) IQWiG · gesundheitsinformation.de · 2024