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Seborrhoisches Ekzem an der Kopfhaut: Was dahintersteckt

Deine Kopfhaut ist gerötet, juckt und bildet fettige, gelbliche Schuppen, die immer wiederkommen? Das passt zu einem seborrhoischen Ekzem (SE) an der Kopfhaut. Es lässt sich meist gut behandeln, vor allem mit Wirkstoff-Shampoos. Weil das SE chronisch ist, kommt es aber oft zurück. Wichtig sind deshalb zwei Dinge: einen Schub beruhigen und danach Rückfällen vorbeugen. Diese vorbeugende Weiterbehandlung nennen Fachleute Erhaltungstherapie.

Du bist noch unsicher, ob es überhaupt ein SE ist? Dann hilft dir zuerst unser Ratgeber Schuppen auf der Kopfhaut. Dort ordnen wir alle möglichen Ursachen ein, von harmlosen Kopfschuppen bis zur Pilzinfektion.

Woran erkennst du ein seborrhoisches Ekzem der Kopfhaut?

Typische Zeichen

Fachleute beschreiben beim SE der Kopfhaut vor allem drei Zeichen: Schuppen, Rötung und Juckreiz. Die Schuppen wirken oft gelblich und fettig. Darunter ist die Haut leicht gerötet. Der Juckreiz ist sehr unterschiedlich. Manche spüren ihn stark, andere kaum.

Häufig ist nicht nur die Kopfhaut betroffen. Das SE zeigt sich oft auch an den Ohren, im Gesicht oder auf der Brust. Auf dunkler Haut kann es anders aussehen: Statt Rötung entstehen dort manchmal hellere oder dunklere Flecken, teils mit wenig Schuppen.

Abgrenzung zur Schuppenflechte

Am ehesten verwechselt wird das SE der Kopfhaut mit einer Schuppenflechte (Psoriasis). Deren Schuppen sind meist dicker, silbrig und haften fest. Wie du die beiden unterscheidest, erklären wir ausführlich im Artikel Seborrhoisches Ekzem oder Schuppenflechte. Sicher einordnen kann das eine Hautärztin oder ein Hautarzt.

Warum gerade die Kopfhaut?

Die Kopfhaut hat besonders viele Talgdrüsen. Talg ist das hauteigene Fett. Davon ernährt sich der Hefepilz Malassezia, der auf fast jeder Haut lebt. Beim SE reagiert die Haut auf diesen Pilz mit einer Entzündung. Fachleute gehen davon aus, dass drei Dinge zusammenkommen: viel Talg, die Besiedlung mit Malassezia und eine besondere Reaktion des Immunsystems. Die genauen Zusammenhänge werden weiter erforscht.

Auslöser ist also kein fremder Erreger, sondern die Reaktion deiner eigenen Haut auf einen Pilz, den fast alle Menschen tragen. Deshalb ist ein SE an der Kopfhaut nicht ansteckend. Mit mangelnder Hygiene hat es ebenfalls nichts zu tun.

Was hilft: von der Pflege bis zur ärztlichen Therapie

Die Behandlung läuft meist in Stufen. Du beginnst mit einem Wirkstoff-Shampoo und gehst nur weiter, wenn das nicht reicht.

Schritt 1: Wirkstoff-Shampoos

Für die Kopfhaut sind Shampoos mit Wirkstoffen gegen Malassezia der übliche erste Schritt. Am besten untersucht ist Ketoconazol, ein Mittel gegen Pilze. Ketoconazol-Shampoo mit 2 Prozent bekommst du in Deutschland rezeptfrei in der Apotheke. Auch Ciclopirox, ein weiterer Wirkstoff gegen Pilze, wirkte in Studien besser als ein Shampoo ohne Wirkstoff. Ob eines dieser Mittel dem anderen klar überlegen ist, zeigen die Studien bisher nicht.

In einer großen Studie hatten 575 Teilnehmende ein mittleres bis starkes SE der Kopfhaut. Sie wuschen zwei bis vier Wochen lang zweimal pro Woche mit Ketoconazol-Shampoo. Bei 88 Prozent bewerteten die Forschenden das Ergebnis als ausgezeichnet. Halte dich bei der Anwendung an die Packungsbeilage, auch was die Einwirkzeit angeht. Einen Überblick über alle Wirkstoffe findest du im Artikel Shampoo gegen seborrhoisches Ekzem.

Daneben werden auch Shampoos mit Selendisulfid oder Salicylsäure eingesetzt. Selendisulfid wirkt ebenfalls gegen den Hefepilz. Salicylsäure kann festsitzende Schuppen lockern. Die Studienlage zu diesen Mitteln ist aber dünner als bei Ketoconazol.

Schritt 2: Wenn das nicht reicht

Ist die Kopfhaut stark entzündet oder bessert sich nach einigen Wochen wenig, kann deine Ärztin oder dein Arzt zusätzlich Kortison verordnen. Für die Kopfhaut gibt es das zum Beispiel als Lösung oder Shampoo. Eine Auswertung von 36 Studien zeigt: Kortison bringt das SE kurzfristig öfter zum Abheilen als ein Scheinmedikament. Schwache und starke Präparate wirkten dabei ähnlich gut. Für die Dauer ist Kortison wegen möglicher Nebenwirkungen nicht gedacht, sondern nur für kurze Zeit und ärztlich begleitet. Mehr dazu steht im Artikel Kortison bei seborrhoischem Ekzem.

Für mittlere und schwere Verläufe an der Kopfhaut gibt es laut einer internationalen Expertengruppe bisher keine eigens zugelassenen Mittel. Hier lohnt sich deshalb eine hautärztliche Begleitung, die die Behandlung an deinen Verlauf anpasst.

Schritt 3: Rückfällen vorbeugen

Sobald die Kopfhaut ruhig ist, liegt es nahe, mit dem Wirkstoff-Shampoo aufzuhören. Weil das SE chronisch ist, kann es dann aber zurückkommen. Die Studie oben hat deshalb auch untersucht, was nach dem Abheilen passiert. Wer sechs Monate lang einmal pro Woche mit Ketoconazol-Shampoo weiterwusch, hatte seltener einen Rückfall: 19 Prozent statt 47 Prozent mit einem Shampoo ohne Wirkstoff. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber, ob so eine Erhaltungstherapie für dich sinnvoll ist.

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Häufige Fehler im Alltag

  • Zu früh aufhören. Ohne vorbeugende Weiterbehandlung kommen Schübe bei vielen schnell zurück.

  • Schuppen abkratzen. Das reizt die entzündete Haut zusätzlich.

  • Kortison auf eigene Faust weiter nutzen. Kortison ist für kurze Phasen gedacht, nicht für die Daueranwendung.

  • Ständig das Produkt wechseln. Gib einem Shampoo ein paar Wochen Zeit, bevor du es bewertest.

  • Auslöser übersehen. Viele Betroffene berichten, dass Stress oder die kalte Jahreszeit ihre Schübe verstärken. Wie du deine eigenen Muster erkennst, liest du im Artikel Die eigenen Trigger herausfinden.

Wann solltest du ärztlich abklären lassen?

Lass deine Kopfhaut in einer hautärztlichen Praxis anschauen, wenn

  • du dir nicht sicher bist, ob es wirklich ein SE ist,

  • sich nach einigen Wochen mit einem Wirkstoff-Shampoo nichts bessert,

  • die Stellen nässen, verkrusten, schmerzen oder sich ausbreiten,

  • der Juckreiz dich im Alltag oder im Schlaf stark stört,

  • zusätzlich kahle Stellen entstehen,

  • ein Kind oder Baby betroffen ist. Bei Babys stecken hinter fettigen Schuppen auf dem Kopf häufig gelbliche Krusten, die man Kopfgneis nennt. Mehr dazu im Artikel Kopfgneis beim Baby.

Häufige Fragen

Ist ein seborrhoisches Ekzem der Kopfhaut ansteckend?

Nein. Der Hefepilz Malassezia lebt auf fast jeder Haut. Das SE entsteht durch die Reaktion deiner eigenen Haut darauf, nicht durch Ansteckung.

Geht ein seborrhoisches Ekzem an der Kopfhaut wieder weg?

Ein Schub klingt mit der richtigen Behandlung oft innerhalb weniger Wochen ab. Das SE selbst ist aber chronisch und kommt häufig zurück. Mit einer Erhaltungstherapie, etwa einem Wirkstoff-Shampoo einmal pro Woche, lässt es sich bei vielen gut steuern.

Wie oft solltest du mit seborrhoischem Ekzem die Haare waschen?

Eine feste Regel gibt es nicht. In Studien wurde das Wirkstoff-Shampoo im Schub meist zweimal pro Woche verwendet, in der Erhaltungstherapie einmal pro Woche. An den anderen Tagen kannst du ein mildes Shampoo nutzen.

Ist seborrhoisches Ekzem an der Kopfhaut dasselbe wie Schuppen?

Nicht ganz, aber beides ist eng verwandt. Studien untersuchen Kopfschuppen und SE der Kopfhaut deshalb oft gemeinsam. Beim SE kommen meist Rötung und eine sichtbare Entzündung dazu. Der Übergang ist fließend.

Quellen & Studien

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