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Seborrhoisches Ekzem und Haarausfall: Was hinter den Haaren in der Bürste steckt

Deine Kopfhaut juckt und schuppt, und plötzlich liegen mehr Haare im Abfluss als sonst? Ein seborrhoisches Ekzem (SE) kann Haarausfall begünstigen, vor allem bei starker und lang anhaltender Entzündung der Kopfhaut. In der Regel ist das ein Haarausfall ohne Narben, die Haarwurzeln bleiben also erhalten. Wird die Entzündung gut behandelt, haben die Haare gute Chancen nachzuwachsen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • SE zählt zu den Kopfhauterkrankungen, die Haarausfall ohne Vernarbung auslösen können.

  • Dahinter kann ein vorübergehend verstärkter Haarausfall stecken, das Telogeneffluvium.

  • SE tritt oft zusammen mit erblich bedingtem Haarausfall auf. Beides lässt sich nicht immer leicht trennen.

  • Die Basis ist, die Entzündung zu beruhigen, etwa mit Pilzmittel-Shampoos.

  • Kahle Stellen, Schmerzen oder Haarausfall ohne Besserung gehören in die Hautarztpraxis.

Kann ein seborrhoisches Ekzem Haarausfall auslösen?

Ja, das ist möglich. Beim SE reagiert die Haut entzündlich auf den Hefepilz Malassezia, der auf jeder Kopfhaut lebt. Talg, die Besiedlung mit dem Pilz und eine persönliche Veranlagung wirken dabei zusammen. Schuppen ohne sichtbare Rötung und das SE gelten heute als zwei Stufen derselben Erkrankung. Mehr zu den Hintergründen findest du im Artikel über die Ursachen des seborrhoischen Ekzems.

Fachleute zählen das SE zu den Kopfhauterkrankungen, die einen Haarausfall ohne Narben auslösen können. Oft zeigt sich das als sogenanntes Telogeneffluvium, ein vorübergehend verstärkter Haarausfall. Wichtig ist dabei: Nicht jede Person mit SE verliert dadurch spürbar Haare.

Was ist ein Telogeneffluvium?

Jedes Haar durchläuft einen Zyklus aus Wachstum, Übergang und Ruhe. Die Ruhephase heißt Telogenphase. Danach fällt das Haar aus, und ein neues wächst nach. Beim Telogeneffluvium wechseln viele Haare gleichzeitig in diese Ruhephase. Das Ergebnis ist ein verteilter Haarausfall über den ganzen Kopf, der in der Regel wieder zurückgeht. Auslöser können zum Beispiel Entzündungen, Infekte oder starker Stress sein.

Warum Haare bei SE auch abbrechen können

Nicht jedes Haar, das du findest, ist mit der Wurzel ausgefallen. In einer kleinen Studie war die äußere Schutzschicht der Haare (Kutikula) aus entzündeten Bereichen deutlich verändert. Die Haare dort waren außerdem dünner als Haare aus gesunder Haut daneben. Solche Haare können leichter brechen. Starkes Kratzen kann das zusätzlich verstärken.

Seborrhoisches Ekzem oder erblich bedingter Haarausfall?

Sehr verbreitet ist erblich bedingter Haarausfall, in der Fachsprache androgenetische Alopezie. Er zeigt sich typischerweise an Geheimratsecken, am Oberkopf oder am Scheitel. SE und erblich bedingter Haarausfall treten oft gemeinsam auf. In einer Studie mit 311 Menschen mit erblich bedingtem Haarausfall hatten rund 42 Prozent zusätzlich ein SE. Je ausgeprägter der Haarausfall war, desto stärker war im Schnitt auch das SE. Ob das eine das andere verstärkt, ist noch nicht geklärt. Die Studie zeigt nur einen Zusammenhang.

Für dich heißt das: Wenn Schuppen und lichter werdendes Haar zusammenkommen, kann beides gleichzeitig vorliegen. Eine Hautärztin oder ein Hautarzt kann mit einer Lupe für die Kopfhaut, der Trichoskopie, oft unterscheiden, was dahintersteckt.

Abgrenzung zur Schuppenflechte

Auch die Schuppenflechte (Psoriasis) befällt oft die Kopfhaut und kann Haarausfall auslösen. Meist wachsen die Haare danach wieder nach, in seltenen Fällen bleiben Narben. Woran du die beiden Erkrankungen unterscheiden kannst, liest du im Vergleich seborrhoisches Ekzem oder Schuppenflechte.

Was hilft bei Haarausfall durch seborrhoisches Ekzem?

Der wichtigste Schritt ist, die Entzündung der Kopfhaut zu beruhigen. Einen Überblick über Ursachen und Pflege bei Schuppen auf der Kopfhaut findest du in unserem Ratgeber.

Pilzmittel-Shampoos als Basis

Am besten untersucht sind Shampoos und Cremes mit Pilzmitteln. Ein Cochrane-Review, also eine besonders gründliche Auswertung vieler Studien, hat 51 Studien zusammengefasst. Ketoconazol 2 Prozent führte nach vier Wochen häufiger zu einer Abheilung als ein Scheinmittel. Für Ciclopirox, einen weiteren Pilzwirkstoff, fand sich ein ähnlicher Vorteil. Mehr zur Anwendung im Alltag liest du im Beitrag über Erfahrungen mit Ketoconazol-Shampoo.

Wenn das nicht reicht

Bei starker Entzündung kann deine Ärztin oder dein Arzt zeitweise ein Kortisonpräparat für die Kopfhaut verordnen. Im Cochrane-Review waren Ketoconazol und Kortison ähnlich wirksam, Ketoconazol hatte aber weniger Nebenwirkungen. Was du über Kortison wissen solltest, liest du im Artikel Kortison bei seborrhoischem Ekzem. Die Anwendung gehört immer in ärztliche Begleitung.

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Häufige Fehler im Alltag

  • Kratzen und Schuppen abkratzen: Das reizt die Kopfhaut weiter und kann Haare abbrechen lassen.

  • Zu früh aufhören: SE ist chronisch. Es lässt sich gut steuern, kommt aber oft wieder. Viele nutzen das Pilzmittel-Shampoo nach dem Abklingen in größeren Abständen weiter. Sprich das am besten mit deiner Hautarztpraxis ab.

  • Nur auf das Haar schauen: Haarwuchsmittel wie Minoxidil oder Haarwasser setzen nicht an der Entzündung der Kopfhaut an. Behandle deshalb zuerst die Kopfhaut.

  • Auslöser übersehen: Viele Betroffene berichten, dass zum Beispiel Stress oder die kalte Jahreszeit bei ihnen Schübe begünstigt.

Wann solltest du ärztlich abklären lassen?

Lass deine Kopfhaut in einer Hautarztpraxis anschauen, wenn

  • du über mehrere Wochen deutlich mehr Haare verlierst als sonst,

  • kahle oder deutlich lichte Stellen entstehen,

  • die Kopfhaut nässt, schmerzt, brennt oder sich die Stellen ausbreiten,

  • sich trotz Pilzmittel-Shampoo nach einigen Wochen nichts bessert,

  • du unsicher bist, ob es ein SE, eine Schuppenflechte oder etwas anderes ist.

Haarausfall hat nicht immer mit der Kopfhaut zu tun. Die Hautarztpraxis kann bei Bedarf auch andere Ursachen mit abklären. Allgemeine Informationen rund um das seborrhoische Ekzem findest du in unserem Ratgeber.

Häufige Fragen

Wachsen die Haare nach einem seborrhoischen Ekzem wieder nach?

In vielen Fällen ja. Das SE führt in der Regel zu einem Haarausfall ohne Narben, die Haarwurzeln bleiben also erhalten. Haare wachsen langsam. Gib deinen Haaren deshalb Zeit und gib nicht nach wenigen Tagen auf.

Fallen die Haare durch Schuppen aus?

Die Schuppen selbst sind nicht das Problem. Eine Rolle kann die Entzündung der Kopfhaut darunter spielen. Schuppen allein bedeuten deshalb nicht, dass du Haare verlierst.

Hilft Ketoconazol-Shampoo auch gegen Haarausfall?

Dazu gibt es erste Hinweise. In einer kleinen Studie verbesserte Ketoconazol-Shampoo bei erblich bedingtem Haarausfall die Haardichte ähnlich wie das Haarwuchsmittel Minoxidil. Die Fachleute selbst halten größere kontrollierte Studien für nötig. Ketoconazol ist deshalb kein Haarwuchsmittel. Gut belegt ist seine Wirkung gegen die Entzündung beim SE.

Quellen & Studien

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