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Wie oft solltest du die Haare waschen bei seborrhoischem Ekzem?

Täglich waschen, damit das Fett weg ist, oder selten, damit die Kopfhaut sich beruhigt? Beim Haare waschen bei seborrhoischem Ekzem (SE) gibt es viele Meinungen, aber wenig Forschung. Zur idealen Waschhäufigkeit bei SE gibt es keine Studie. Es spricht aber nichts gegen häufiges Waschen, und ein Wirkstoff-Shampoo wirkt am besten nach einem festen Plan. Wir zeigen dir, wie du Häufigkeit, Shampoo und Einwirkzeit sinnvoll kombinierst.

Was beim Haarewaschen auf der Kopfhaut passiert

Beim SE spielen Talg und der Hefepilz Malassezia eine zentrale Rolle. Malassezia lebt auf fast jeder Kopfhaut und ernährt sich von Hautfetten. Dabei entstehen Abbauprodukte, die bei empfindlichen Menschen die Hautbarriere stören und eine Entzündung auslösen können. Die genauen Zusammenhänge werden weiter erforscht.

Eine Übersichtsarbeit beschreibt außerdem: Wo Talg lange auf der Haut liegen bleibt, zeigt sich das SE häufiger. Das sieht man zum Beispiel an Gesichtshälften, die wegen einer Lähmung kaum bewegt werden. Dort sammelt sich mehr Talg an, und genau dort kann ein SE entstehen. SE ist trotzdem keine Folge von mangelnder Sauberkeit. Viele Menschen waschen sich gründlich und haben es trotzdem. Talgreste auf der Kopfhaut sind aber eher ungünstig. Mehr zu den Hintergründen liest du in Seborrhoisches Ekzem an der Kopfhaut.

Ist tägliches Haarewaschen bei seborrhoischem Ekzem schädlich?

Viele lassen das Waschen aus Sorge um die Kopfhaut lieber ausfallen. Dafür gibt es wenig Belege. Eine Studie hat untersucht, wie oft gesunde Menschen ihre Haare waschen und wie es Haar und Kopfhaut dabei geht. Am zufriedensten waren die Teilnehmenden bei fünf bis sechs Haarwäschen pro Woche. In einem zweiten Teil wuschen Teilnehmende nach festem Plan entweder täglich oder einmal pro Woche. Das tägliche Waschen schnitt dabei bei Haar und Kopfhaut besser ab. Messbare Schäden fanden die Forschenden nicht.

Wichtig zur Einordnung: Die Studie lief in Asien mit Menschen ohne Kopfhauterkrankung, und ein Shampoo-Hersteller hat sie durchgeführt. Für Menschen mit SE ist die Frage nicht untersucht. Eine gute Faustregel ist deshalb: Wasch so oft, wie es sich für deine Kopfhaut gut anfühlt. Wenn die Kopfhaut schnell fettet oder juckt, spricht wenig dagegen, öfter zu waschen.

Welches Shampoo und wie oft?

Das Wirkstoff-Shampoo nach Plan

Am besten untersucht sind Shampoos mit Mitteln gegen Pilze (Antimykotika). Sie drängen Malassezia auf der Kopfhaut zurück. Eine Cochrane-Übersicht, also eine besonders sorgfältige Auswertung vieler Studien, kommt zu diesem Ergebnis: Ketoconazol und Ciclopirox wirken besser als ein Shampoo ohne Wirkstoff. Im direkten Vergleich schnitten beide ähnlich ab. Ketoconazol erzielte außerdem ähnliche Ergebnisse wie Kortison, aber mit weniger Nebenwirkungen.

Wie ein Plan aussehen kann, zeigt eine große Studie mit Ketoconazol-Shampoo 2 %:

  • Akute Phase: zweimal pro Woche über zwei bis vier Wochen. Bei 88 % der Teilnehmenden besserte sich die Kopfhaut sehr deutlich.

  • Erhaltung, also Weiterbehandlung in ruhigen Phasen: In den folgenden sechs Monaten wurden drei Gruppen verglichen. Mit Wirkstoff einmal pro Woche hatten 19 % einen Rückfall. Wer im Wochenwechsel Wirkstoff und Shampoo ohne Wirkstoff nutzte, hatte zu 31 % einen Rückfall. Ganz ohne Wirkstoff waren es 47 %.

Nicht jede Haarwäsche muss also mit dem Wirkstoff-Shampoo sein. Es wird gezielt an festen Tagen benutzt. Neben Ketoconazol und Ciclopirox gibt es Shampoos mit Selendisulfid, das ebenfalls gegen Malassezia wirkt. Mehr dazu liest du in Ciclopirox-Shampoo und Selendisulfid-Shampoo.

Für die Tage dazwischen

An den übrigen Tagen reicht ein mildes Shampoo ohne Wirkstoff. Vorsicht bei älteren Empfehlungen für Zinkpyrithion: Der Wirkstoff ist in der EU seit 2022 in Kosmetik verboten. Warum, erklären wir in Zinkpyrithion-Shampoo.

Die Einwirkzeit

Ein Wirkstoff-Shampoo braucht Zeit, um auf der Kopfhaut zu wirken. Halte dich an die Einwirkzeit aus der Packungsbeilage, meist sind es einige Minuten. Verteile den Schaum dabei auf der Kopfhaut, nicht nur in den Haaren. Danach gründlich ausspülen.

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So wäschst du schonend

  • Mit den Fingerkuppen massieren, nicht mit den Nägeln. Kratzen schädigt die Hautbarriere, und der Juckreiz kann dadurch weiter zunehmen.

  • Festsitzende Beläge nicht abkratzen. Dicke Schuppenplatten lassen sich mit Geduld lösen. Wie das schonend geht, erklären wir in Schuppenplatten auf der Kopfhaut lösen.

  • Gründlich ausspülen. So bleiben keine Reste von Shampoo oder Pflegeprodukten auf der Kopfhaut.

  • Spülung nur in die Längen. Pflegeprodukte für das Haar gehören nicht auf die Kopfhaut, wenn sie dort schnell fettet.

  • Haaransatz, Augenbrauen und Ohren nicht vergessen. Das SE betrifft oft mehrere Stellen. Ob du das Wirkstoff-Shampoo dort mitbenutzen darfst, klärst du am besten in der Apotheke oder Praxis.

Häufige Fehler beim Haarewaschen

  • Das Wirkstoff-Shampoo absetzen, sobald es besser ist. Das SE ist chronisch und kommt oft wieder. Die wöchentliche Erhaltung senkt das Rückfallrisiko deutlich. Mehr dazu in Seborrhoisches Ekzem vorbeugen.

  • Täglich das Wirkstoff-Shampoo benutzen. Es gibt keine guten Belege, dass eine höhere Dosis oder eine andere Darreichung wie Gel oder Schaum besser wirkt. Bleib beim Plan aus der Packungsbeilage oder der Praxis.

  • Zu schnell aufgeben. Die meisten Studien bewerten die Wirkung erst nach rund vier Wochen.

  • Ständig das Shampoo wechseln. Wer jede Woche ein neues Produkt probiert, weiß am Ende nicht, was geholfen hat.

Wann solltest du ärztlich abklären lassen?

Geh in eine hautärztliche oder hausärztliche Praxis, wenn:

  • sich die Kopfhaut nach etwa vier Wochen mit Wirkstoff-Shampoo nicht bessert,

  • die Kopfhaut nässt, stark gerötet ist oder schmerzt,

  • der Juckreiz dich nachts weckt,

  • dicke, scharf begrenzte Beläge oder kahle Stellen entstehen,

  • ein Baby oder Kind betroffen ist.

In der Praxis kann die Behandlung erweitert werden, etwa für kurze Zeit mit einer Kortisonlösung für die Kopfhaut. Das Antimykotikum ist dagegen auch für die längere Erhaltung gedacht.

Häufige Fragen

Darf ich bei seborrhoischem Ekzem jeden Tag die Haare waschen?

Dagegen spricht nichts Bekanntes. Bei gesunder Kopfhaut fand eine Studie keine Schäden durch tägliches Waschen, für SE gibt es dazu keine eigene Studie. Nutze für die tägliche Wäsche ein mildes Shampoo und das Wirkstoff-Shampoo nur an festen Tagen.

Wie lange muss ein medizinisches Shampoo einwirken?

Das steht in der Packungsbeilage deines Shampoos. Meist sind es einige Minuten. Massiere den Schaum dabei in die Kopfhaut ein.

Sollte ich verschiedene Shampoos abwechseln?

Ein Wechsel zwischen Wirkstoff-Shampoo und mildem Shampoo ist üblich. Zwischen verschiedenen Wirkstoffen musst du nicht ständig wechseln. Ketoconazol und Ciclopirox schnitten im Vergleich ähnlich ab.

Hilft seltenes Waschen gegen Schuppen bei SE?

Dafür gibt es keine Belege. Talg, der lange auf der Kopfhaut bleibt, ist Nahrung für Malassezia. Seltenes Waschen ist deshalb eher kein guter Weg. Mehr Hintergründe findest du in unserem Ratgeber zu Schuppen auf der Kopfhaut.

Quellen & Studien

  1. Successful treatment and prophylaxis of scalp seborrhoeic dermatitis and dandruff with 2% ketoconazole shampoo: results of a multicentre, double-blind, placebo-controlled trial Peter RU, Richarz-Barthauer U · Br J Dermatol · 1995
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  3. The Impact of Shampoo Wash Frequency on Scalp and Hair Conditions Punyani S, Tosti A, Hordinsky M, Yeomans D, Schwartz J · Skin Appendage Disord · 2021
  4. Seborrheic Dermatitis and Dandruff: A Comprehensive Review Borda LJ, Wikramanayake TC · J Clin Investig Dermatol · 2015
  5. Diagnosis and treatment of seborrheic dermatitis Clark GW, Pope SM, Jaboori KA · Am Fam Physician · 2015
  6. An Overview of the Diagnosis and Management of Seborrheic Dermatitis Dall'Oglio F, Nasca MR, Gerbino C, Micali G · Clin Cosmet Investig Dermatol · 2022