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Pityriasis versicolor oder seborrhoisches Ekzem: derselbe Hefepilz, zwei Erkrankungen

Helle oder bräunliche Flecken auf Brust und Rücken, die leicht schuppen? Oder eher rote Stellen mit gelblichen Schuppen an Nase und Kopfhaut? Pityriasis versicolor, auf Deutsch Kleienpilzflechte, und seborrhoisches Ekzem (SE) hängen beide mit dem Hefepilz Malassezia zusammen. Trotzdem sehen sie unterschiedlich aus und sitzen meist an anderen Stellen. Wir zeigen dir, woran du sie unterscheidest und was jeweils hilft. Im Text nutzen wir beide Namen: Pityriasis versicolor und Kleienpilzflechte meinen dasselbe.

Zwei Erkrankungen, ein Hefepilz

Pityriasis versicolor

Pityriasis versicolor ist eine oberflächliche Pilzinfektion der Haut. Auslöser ist Malassezia, ein Hefepilz, der auch auf gesunder Haut lebt. Unter bestimmten Bedingungen vermehrt er sich stärker und verändert die Hautfarbe.

Typisch sind schuppende Flecken, die heller oder dunkler als die umgebende Haut sind. Manchmal sind sie auch rosa bis rötlich. Daher kommt der Name „versicolor“, also vielfarbig. Die Flecken sitzen meist am oberen Rumpf, am Hals und an den Oberarmen. Beschwerden sind selten, manche spüren leichten Juckreiz.

Für Skandinavien nennt eine dänische Übersicht 0,5 bis 4 Prozent der Menschen. Als Risikofaktoren gelten eine erbliche Veranlagung und ein geschwächtes Immunsystem. Rückfälle sind häufig, besonders in warmen, feuchten Jahreszeiten.

Seborrhoisches Ekzem

Das SE ist eine chronische, entzündliche Hauterkrankung. Es tritt dort auf, wo die Haut viele Talgdrüsen hat: Kopfhaut, Gesicht und Mitte des Oberkörpers. Malassezia ist auch hier beteiligt. Beim SE steht aber die Entzündung im Vordergrund, nicht die Farbveränderung. Mehr über den Hefepilz liest du in Malassezia.

Kleienpilzflechte oder seborrhoisches Ekzem: die Unterschiede

MerkmalPityriasis versicolorSeborrhoisches Ekzem
Aussehenhelle, bräunliche oder rosa Fleckengerötete Stellen
Schuppenfein, kleieartiggelblich, fettig
Typische Orteoberer Rücken, Brust, Hals, OberarmeKopfhaut, Augenbrauen, Nasenflügel, Brustmitte
Juckreizseltenmöglich
VerlaufRückfälle, oft im Sommerchronisch, in Schüben

Schuppen, die sich erst beim Kratzen zeigen

Bei der Kleienpilzflechte wirken die Flecken oft glatt. Streicht man aber mit einem Spatel oder Fingernagel darüber, lösen sich feine Schuppen. Fachleute nutzen dieses Zeichen bei der Untersuchung.

Und auf der Brust?

Die Brust ist die Stelle, an der sich beide am häufigsten begegnen. Rote, fettig schuppende Stellen in der Brustmitte sprechen eher für ein SE. Mehrere helle oder bräunliche, fein schuppende Flecken eher für eine Kleienpilzflechte. Mehr dazu in Rote, schuppige Haut auf der Brust.

Kann ich beides gleichzeitig haben?

Das ist möglich, denn beide sind eigenständige Erkrankungen. Eine Übersicht zählt sie zu den Hauterkrankungen, an denen Malassezia beteiligt ist. Ob sie gemeinsam häufiger auftreten als zufällig zu erwarten, ist aber kaum untersucht.

Weitere Verwechslungsmöglichkeiten

Helle Flecken können auch andere Ursachen haben, etwa eine Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) oder helle Stellen nach einer abgeheilten Entzündung. Andere Pilzinfektionen sehen wieder anders aus. Mehr dazu in Hautpilz im Gesicht oder seborrhoisches Ekzem?. Kleine, juckende Pickel an Brust und Rücken können auf eine Pilzakne hinweisen, siehe Pilzakne oder seborrhoisches Ekzem?.

Wie wird Pityriasis versicolor festgestellt?

Meist reicht der Blick einer Ärztin oder eines Arztes. Zur Sicherheit kann eine Probe der Schuppen unter dem Mikroskop untersucht werden. Dort zeigen sich typische Pilzfäden und Sporen, die an „Spaghetti mit Fleischbällchen“ erinnern. Auch eine spezielle UV-Lampe kann helfen.

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Was hilft bei Kleienpilzflechte und was bei seborrhoischem Ekzem?

Kleienpilzflechte

Die Behandlung erfolgt in der Regel äußerlich mit Mitteln gegen Pilze. Zwei Übersichtsarbeiten nennen dafür unter anderem:

  • Selendisulfid als Shampoo oder Waschlösung, auf die Haut aufgetragen

  • Azol-Antimykotika wie Ketoconazol oder Clotrimazol

  • Ciclopirox

Tabletten gegen Pilze kommen nur bei großen Flächen, häufigen Rückfällen oder fehlendem Ansprechen in Frage. Sie haben mehr Nebenwirkungen und Wechselwirkungen und werden ärztlich verordnet. Bei häufigen Rückfällen kann eine vorbeugende Anwendung in den warmen Monaten sinnvoll sein.

Die Farbveränderung bessert sich, wenn der Pilz behandelt ist. Das kann aber dauern, besonders bei hellen Flecken.

Seborrhoisches Ekzem

Auch beim SE helfen Mittel gegen Pilze. Hinzu kommen bei Bedarf entzündungshemmende Cremes für kurze Zeit. Eine systematische Übersicht fand für äußerliches Ketoconazol bei beiden Erkrankungen gute Ergebnisse: Je nach Studie besserte sich die Haut bei 63 bis 90 Prozent der Menschen mit SE und bei 71 bis 89 Prozent der Menschen mit Kleienpilzflechte. Ein weiterer Wirkstoff, der bei beiden eingesetzt wird, ist Selendisulfid, mehr dazu in Selendisulfid-Shampoo. Einen Überblick über das SE findest du unter Seborrhoisches Ekzem.

Alltagstipps

  • Schweiß abwaschen: Gute Körperhygiene kann Rückfällen vorbeugen. Nach dem Sport duschen und frische Kleidung anziehen. Mehr dazu in Seborrhoisches Ekzem und Schwitzen.

  • Luftige Kleidung: Atmungsaktive Stoffe an warmen Tagen.

  • Geduld mit der Hautfarbe: Nicht mit Peelings nachhelfen, das reizt nur.

Wann solltest du ärztlich abklären lassen?

Lass die Haut in der Hautarztpraxis anschauen, wenn:

  • du unsicher bist, was hinter den Flecken steckt,

  • die Flecken trotz Behandlung nicht besser werden oder immer wiederkommen,

  • sich Flecken in Form, Farbe oder Größe auffällig verändern,

  • Rötungen stark jucken, nässen oder sich ausbreiten,

  • ein Kind betroffen ist.

Häufige Fragen

Ist Kleienpilzflechte ansteckend?

Eher nein. Malassezia besiedelt auch gesunde Haut. Die Flecken entstehen, wenn sich dieser Hefepilz unter bestimmten Bedingungen stärker vermehrt, etwa bei Wärme und Feuchtigkeit. Entscheidend sind deshalb vor allem die Bedingungen auf deiner eigenen Haut.

Geht Pityriasis versicolor von selbst weg?

Darauf solltest du dich nicht verlassen. Mit einer Behandlung verschwinden die Flecken in der Regel gut. Rückfälle sind aber häufig, besonders in warmen, feuchten Monaten.

Bekommen auch Kinder eine Kleienpilzflechte?

Ja, sie kommt auch bei Kindern und Jugendlichen vor. Eine Übersicht zu Malassezia-Erkrankungen im Kindesalter beschreibt sie neben dem SE als typisches Krankheitsbild. Bei Kindern gehört die Behandlung in ärztliche Hände.

Hilft ein Anti-Schuppen-Shampoo auch auf dem Rücken?

Manche Wirkstoffe aus Shampoos, etwa Selendisulfid oder Ketoconazol, werden bei Kleienpilzflechte auch auf der Haut eingesetzt. Wie lange und wie oft, besprichst du am besten in der Praxis oder Apotheke.

Quellen & Studien

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