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Seborrhoisches Ekzem in der Schwangerschaft: Was du wissen solltest

Du bist schwanger, und plötzlich schuppt die Kopfhaut stärker oder die Nasenflügel werden rot? Oder du hast schon länger ein seborrhoisches Ekzem (SE) und fragst dich, welche Shampoos und Cremes jetzt noch in Frage kommen? Auch in der Schwangerschaft gibt es äußerliche Mittel gegen SE, die in Frage kommen. Wichtig ist, dass du jede Behandlung mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder der Apotheke absprichst.

Verändert sich das seborrhoische Ekzem in der Schwangerschaft?

Wie sich ein SE in der Schwangerschaft verhält, ist kaum untersucht. Verlässliche Zahlen dazu, ob es häufiger besser oder schlechter wird, gibt es nicht.

Bekannt ist: Hormone beeinflussen die Talgdrüsen, also die Drüsen, die das Hautfett bilden. Eine Übersicht zum SE nennt hormonelle Einflüsse als einen von mehreren möglichen Faktoren. Sie beschreibt auch, dass mütterliche Hormone beim SE von Säuglingen beteiligt sein könnten. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, wie dein Ekzem in der Schwangerschaft verläuft. Manche merken kaum einen Unterschied, andere schon.

Welche Behandlung ist in der Schwangerschaft möglich?

Fachleute in der Hautmedizin bekommen häufig Fragen zur Sicherheit von Medikamenten in Schwangerschaft und Stillzeit. Eine große Übersicht dazu betont, dass die Datenlage für viele Hautmittel begrenzt ist. Deshalb gilt: Nichts auf eigene Faust beginnen oder absetzen, sondern gemeinsam abwägen.

Wirkstoffe gegen Pilze zum Auftragen

Beim SE spielt der Hefepilz Malassezia eine zentrale Rolle. Mittel gegen Pilze, sogenannte Antimykotika, gehören deshalb zur Basisbehandlung, auch wenn SE keine klassische Pilzinfektion ist. Eine große Wirkstoffgruppe sind die Azole, zu ihnen gehören Ketoconazol und Clotrimazol. Eine kanadische Studie zur Schwangerschaft beschreibt Azole zum Auftragen als erste Wahl, wenn Schwangere ein Mittel gegen Pilze brauchen.

Welches Präparat für dich passt, klärst du ärztlich oder in der Apotheke. Mehr zu den Wirkstoffen liest du in Ketoconazol-Creme.

Kortison-Cremes

Bei stark entzündeten Stellen kommt manchmal eine Kortison-Creme für kurze Zeit in Frage. Dazu gibt es eine große Auswertung der Cochrane Collaboration, einem unabhängigen Netzwerk, das Studien systematisch zusammenfasst. Sie umfasst 14 Studien mit über 1,6 Millionen Teilnehmenden. Ergebnis: Kortison-Cremes waren nicht mit Fehlbildungen oder Frühgeburten verbunden.

Bei starken oder sehr starken Kortison-Cremes, vor allem in großen Mengen, zeigte sich aber ein möglicher Zusammenhang mit einem niedrigeren Geburtsgewicht. Eine Leitlinie des European Dermatology Forum, einer europäischen Fachgesellschaft für Hautmedizin, empfiehlt deshalb, in der Schwangerschaft schwache bis mittelstarke Präparate zu bevorzugen. Das passt gut zum SE, weil im Gesicht ohnehin meist schwache Präparate genutzt werden. Mehr dazu in Kortison bei seborrhoischem Ekzem.

Tabletten gegen Pilze

Tabletten gegen Pilze sind beim SE nur für schwere Verläufe gedacht. In der Schwangerschaft ist hier besondere Vorsicht nötig. Zwei große Studien haben Fluconazol untersucht, einen häufig verwendeten Wirkstoff in Tablettenform. Sie fanden Hinweise auf Risiken für die Schwangerschaft, vor allem bei höheren Dosen. Das ist ein wichtiger Grund, warum äußerliche Mittel klar bevorzugt werden. Ob Tabletten im Einzelfall trotzdem nötig sind, kann nur ärztlich entschieden werden. Hintergründe stehen in Tabletten bei seborrhoischem Ekzem.

Andere Wirkstoffe

Für weitere Mittel, etwa Calcineurin-Hemmer (kortisonfreie, entzündungshemmende Cremes), ist die Datenlage in der Schwangerschaft dünner. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, bevor du sie anwendest oder weiterverwendest.

Pflege ohne Wirkstoffe: was du selbst tun kannst

Nicht jede Rötung braucht sofort ein Medikament. Diese Punkte helfen der Haut grundsätzlich:

  • Mild reinigen: parfümfreie Waschlotion statt Seife, lauwarmes Wasser.

  • Schuppen sanft lösen: nicht kratzen oder rubbeln.

  • Leichte Pflege: eine Feuchtigkeitspflege, die du gut verträgst.

  • Neue Produkte einzeln testen: So erkennst du leichter, was deine Haut nicht verträgt.

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Stillzeit: was sich ändert

Auch in der Stillzeit gibt es eigene Empfehlungen für Hautmittel. Eine Übersicht hat die Datenlage dazu zusammengetragen, sie ist aber für viele Wirkstoffe dünn. Sag in der Praxis oder Apotheke, dass du stillst, und auch, an welchen Körperstellen du das Mittel auftragen willst.

Übrigens: Auch Babys können ein SE bekommen, meist als gelbliche Schuppen auf der Kopfhaut. Mehr dazu in Kopfgneis beim Baby.

Wann solltest du ärztlich abklären lassen?

Geh in der Schwangerschaft lieber einmal mehr zur Ärztin oder zum Arzt. Besonders, wenn:

  • die Rötungen oder Schuppen neu sind und du unsicher bist, was dahintersteckt,

  • die Stellen nässen, brennen oder sich ausbreiten,

  • starker, neuer Juckreiz auftritt, denn dafür gibt es in der Schwangerschaft verschiedene Ursachen,

  • die Beschwerden trotz milder Pflege nach einigen Wochen nicht besser werden,

  • du ein Mittel aus der Zeit vor der Schwangerschaft weiter nutzen möchtest.

Deine Frauenarztpraxis ist eine gute erste Anlaufstelle. Sie kann dich bei Bedarf an eine Hautarztpraxis überweisen.

Häufige Fragen

Darf ich in der Schwangerschaft Ketoconazol-Shampoo benutzen?

Äußerlich angewendete Azol-Antimykotika gelten in der Schwangerschaft als erste Wahl bei Pilzinfektionen. Ketoconazol gehört zu dieser Gruppe. Kläre trotzdem vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke, ob das konkrete Produkt für dich passt.

Ist Kortison-Creme in der Schwangerschaft schädlich für das Baby?

Große Auswertungen fanden keinen Zusammenhang mit Fehlbildungen oder Frühgeburten. Das ist beruhigend. Bei starken Präparaten in großen Mengen gibt es Hinweise auf ein niedrigeres Geburtsgewicht. Deshalb werden schwache bis mittelstarke Cremes bevorzugt, immer ärztlich begleitet.

Geht das seborrhoische Ekzem nach der Geburt wieder weg?

Das lässt sich nicht vorhersagen. SE ist eine chronische Hauterkrankung, die in Schüben verläuft. Sie lässt sich aber gut steuern. Mehr dazu in Ist seborrhoisches Ekzem heilbar?.

Kann ich mein seborrhoisches Ekzem an mein Baby weitergeben?

SE gilt nicht als ansteckend, mehr dazu in Ist seborrhoisches Ekzem ansteckend?. Kopfgneis bei Säuglingen entsteht nicht durch Ansteckung. Er hängt nach heutigem Wissen vor allem mit einer starken Talgbildung in den ersten Lebensmonaten zusammen. Die wird durch Hormone angeregt, die das Baby noch aus der Schwangerschaft mitbringt. Das ist ein normaler Vorgang und nichts, was du verhindern musst. Einen Überblick findest du unter Seborrhoisches Ekzem.

Quellen & Studien

  1. An Overview of the Diagnosis and Management of Seborrheic Dermatitis Dall'Oglio F, Nasca MR, Gerbino C, Micali G · Clin Cosmet Investig Dermatol · 2022
  2. Safety of dermatologic medications in pregnancy and lactation: Part I. Pregnancy Murase JE, Heller MM, Butler DC · J Am Acad Dermatol · 2014
  3. Safety of dermatologic medications in pregnancy and lactation: Part II. Lactation Butler DC, Heller MM, Murase JE · J Am Acad Dermatol · 2014
  4. Safety of topical corticosteroids in pregnancy Chi CC, Wang SH, Wojnarowska F, Kirtschig G, Davies E, Bennett C · Cochrane Database Syst Rev · 2015
  5. Updated evidence-based (S2e) European Dermatology Forum guideline on topical corticosteroids in pregnancy Chi CC, Kirtschig G, Aberer W, et al. · J Eur Acad Dermatol Venereol · 2017
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  7. Oral fluconazole use in the first trimester and risk of congenital malformations: population based cohort study Zhu Y, Bateman BT, Gray KJ, et al. · BMJ · 2020